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Schneeglocke (3223 m, Silvretta)
19.-20. September 2020

Dieses Jahr 2020 geht einiges drunter und drüber, natürlich nicht nur mit der Freizeitgestaltung. Ich hatte die Schneeglocke als Alpenvereinstour ausgesucht, aber wegen der langfristigen Vorausplanung hatte ich im Januar keine Plätze in der Klostertaler Hütte buchen können. Zumindest nicht an den Wochenenden, die ich bei Berücksichtigung der üblichen Laufveranstaltungen im Herbst für eine Bergtour verfügbar hatte. Also habe ich sie als Tagestour ausgeschrieben; als der betreffende Samstag dann näher kam, hatte ich allerdings nach einigen Absagen keine Teilnehmer mehr.
Durch Corona sind nun aber alle Laufveranstaltungen weggefallen und dadurch weitere Wochenenden frei geworden, und tatsächlich waren für den 19./20. September noch keine Hüttenbuchungen im Reservierungssystem. Also schnell Tour neu geplant, 5 Plätze reserviert, Interessenten verständigt, und immerhin ließen sich drei oder vier Teilnehmer so kurzfristig noch motivieren.
Zum Wochenende bröckelte es auf seltsame Weise wieder, zwei Teilnehmer mussten wegen gesundheitlicher Probleme absagen, so blieb am Ende nur noch einer übrig. Eine Alpenvereinstour mit nur einem Teilnehmer macht keinen Sinn: Die Teilnehmerbeiträge sollten ja zumindest die Ausgaben des Tourenleiters abdecken, also seine Fahrkosten und Übernachtung.
Aber das Wetter sieht so schön aus, und es ist schon September. Welche Chance wird es dieses Jahr noch geben, mal wieder so was Ähnliches wie eine anständige Hochtour zu unternehmen. Also ändern wir die Tour kurzfristig auf eine Privattour von Günther und mir ab. Das belastet den Verein nicht, und wir können uns mal die Schneeglocke genauer ansehen. Als AV-Tour kann ich sie dann ja nächstes Jahr noch mal anbieten, wenn das wirklich eine schöne Tour ist.

Samstag, 19. September

Anfahrt zur Bielerhöhe (2032 m), Abmarsch dort um 11:30. Trotz Samstagmittag und sehr schönem Wetter sind am Silvrettasee nicht allzuviele Wanderer unterwegs. Ab der Abzweigung ins Klostertal wird es nochmal ruhiger, wir treffen nur ein paar Wanderer. Kurz nach eins sind wir an der Klostertaler Hütte (2362 m), davor parkt ein Auto, aber es ist niemand zu sehen.
Mit dem AV-Schlüssel kommen wir in die Hütte, die einen sehr guten Eindruck macht. So, wie ich es von vielen SAC-Hütten im Winter gewohnt bin. Wir sortieren uns ein wenig und gehen gegen zwei Uhr mit leichterem Gepäck zu einer kleinen Erkundungstour weiter.

Unsere Nachmittagswanderung führt uns bis zum Klosterpass (2743 m). Von hier aus hat man einen guten Überblick über den Hauptkamm der Silvretta vom Klostertaler Egghorn bis zum Silvrettapass. Der Anstieg zur Schneeglocke ist recht klar zu erkennen, der Gletscher scheint fast völlig schneefrei. Hier auf dieser Seite könnte man noch zur Sonntagspitze weitergehen, aber es scheint, dass der Weg zur Winterlücke abgerutscht ist und man daher erst mal viel ab- und dann wiederaufsteigen muss, das gibt unsere Zeitplanung vermutlich nicht her. Genügt auch so. Zurück an der Hütte um 16:40.

Dort widmen wir uns den Aufgaben, die man in einer Selbstversorgerhütte so hat, und die in anderen Hütten vom bezahlten Personal übernommen werden. Von Zeit zu Zeit ist es aber auch gut, mal wieder was selber zu machen: Holz klein sägen, Ofen anfeuern, Nudeln kochen, Soße kochen, mitgebrachte Accessoires wie Parmesan und Weinflasche bereitstellen - keine Gläser da - gibt's den Wein halt aus der Tasse. Außer uns beiden ist noch ein Ravensburger hier zum Wandern und ein junges belgisches Pärchen auf einer 5-Tages-Durchquerung durch die Silvretta, gut ausgerüstet mit eigenem Kocher und recht guten Schlafsäcken und offenbar auch einiger Outdoor-Erfahrung.
Bereits bei Dunkelheit treffen wir vor der Hütte die Besatzung des geparkten Autos. Es waren Jäger, die einen Steinbock verladen und damit ins Tal fahren.

Silvrettasee: Großer und kleiner Piz Buin
Silvrettasee: Großer und kleiner Piz Buin

Klostertal
Klostertal

Klostertaler Hütte
Klostertaler Hütte




Blick auf Hütte und Stausee
Blick auf Hütte und Stausee




Am Klosterpass (2743 m)
Am Klosterpass (2743 m)

Schattenspitze, Schneeglocke, Silvrettahorn, Rotfluh; Silvrettapass
Schattenspitze, Schneeglocke, Silvrettahorn, Rotfluh; Silvrettapass

Sonntag, 20. September

Wir müssen nicht allzu früh los, machen uns um 7:40 auf den Weg. Nach gut einer Stunde haben wir den Gletscher erreicht und ziehen die Steigeisen an. Das Seil lassen wir erst mal weg, der Ausblick gestern hatte gezeigt, dass der Gletscher bis zum oberen Ende hin schneefrei sein könnte. Im Schatten ist das Eis noch hart, wir nutzen bald das Schneefeld rechter Hand, auf dem eine andere Gruppe heute morgen schon Spuren hinterlassen hat (wohl von der Silvrettahütte her). Da der Schnee noch fest ist, ist die Schneebrücke über eine etwas störende Spalte gut benutzbar. Um halb elf sind wir an der Rotfluhlücke (3065 m). Der Gletscher bildet hier eine große Hohlkehle, in der sich vermutlich gelegentlich auch ein See befindet. Ab hier geht es durch einen steilen Geröllhang hoch auf den Grat und dann auf dem meist breiten Gratrücken zum Gipfel. Das Geröll ist mühsam, aber unschwierig; um elf Uhr sind wir am nicht zu übersehenden Gipfelkreuz.

kurz vor dem Gletscher
kurz vor dem Gletscher

Gegenüber hinter uns Großer Litzner und Seehorn
Gegenüber hinter uns Großer Litzner und Seehorn

Hohlkehle (ohne See) an der Rotfluhlücke
Hohlkehle (ohne See) an der Rotfluhlücke




Rotfluhlücke, Silvrettapass (hinten), Rotfluh
Rotfluhlücke, Silvrettapass (hinten), Rotfluh

Durch diesen Hang geht es hoch zum Grat
Durch diesen Hang geht es hoch zum Grat

Am Grat; der Felsknopf nennt sich ´Knoten´
Am Grat; der Felsknopf nennt sich ´Knoten´
(muss von uns zum Glück nicht überstiegen werden)


Zur Schneeglocke ist es nicht mehr weit
Zur Schneeglocke ist es nicht mehr weit

Gipfelaussicht nach Osten, Paznauntal/Fluchthörner bis Verstanclahorn
Gipfelaussicht nach Osten, Paznauntal/Fluchthörner bis Verstanclahorn

Süden: Piz Buin, Silvrettahorn, Silvrettapass, Verstanclahorn, Graubünden
Süden: Piz Buin, Silvrettahorn, Silvrettapass, Verstanclahorn, Graubünden




Bei Sonne ist die Wegspur durch den Geröllhang klar zu erkennen.
Bei Sonne ist die Wegspur durch den Geröllhang klar zu erkennen.

Ein paar Wolkenfetzen verbergen manchmal den einen oder anderen Gipfel, aber insgesamt ist das Wetter bestens. Schöne Sicht auf die ganze Silvretta. Wir verbringen eine halbe Stunde dort.

Auf dem Rückweg legen wir das Seil an; mittlerweile liegt der rechte Teil des Gletschers in der Sonne, und es läuft sich mit den Steigeisen deutlich leichter. So können wir die Spalte mit der Schneebrücke umgehen. Man kommt gerade so durch die Spalten hindurch, ohne irgendwo auf trügerische Schneefelder auszuweichen. Zurück an der Hütte um 14 Uhr, etwas aufräumen und die deponierten Sachen aufnehmen. Um 16 Uhr sind wir wieder am Parkplatz an der Bielerhöhe. Auf der Tiroler Seite zeigt sich ein Regenbogen, wenige Minuten später donnert es, und der Regen beginnt. Perfektes Timing und ein perfektes Wochenende.

Klostertaler Hütte (2362 m)
Klostertaler Hütte (2362 m)

Rückweg zur Bielerhöhe
Rückweg zur Bielerhöhe

P.S.: Am darauffolgenden Donnerstag wurde Vorarlberg auf die Liste der Risikogebiete genommen. Ob es nun wieder drei Monate dauern wird, bis wir wieder raus zum Wandern können?

Praktische Hinweise

GPS-Track von dieser Tour auf der Landkarte oder als GPX-Datei

Schneeglocke (3223 m) Normalweg durchs Klostertal

Von der Klostertaler Hütte (2362 m, Selbstversorgerhütte / AV-Schlüssel notwendig) folgt man dem Weg zur Roten Furka durch den Talboden und auf der südlichen Moräne des Klostertaler Gletschers. Bei 2500 m zweigt der Weg zur Roten Furka rechts ab, zur Schneeglocke folgt man weiter der Moräne in einem Linksbogen auf den Gletscher zu. Dieser (der südliche Ast des Klostertaler Gletschers) beginnt bei 2720 m. Ab ca. 2900 m einige Spalten; bei aperem Gletscher problemlos. An der Rotfluelücke eine große Hohlkehle, die man links oder rechts umgehen kann. Von der Lücke folgt man über Geröll einer Wegspur den Hang schräg nach links hoch auf den Grat (3165 m) und dann dem einfachen Rücken folgend zum Gipfel.
Zeit für Aufstieg ca. 3 Stunden, Rückweg zur Hütte gute 2 Stunden.
Schwierigkeit T4 / L. Keine Kletterei, überall zumindest Wegspuren.
Ausrüstung: Steigeisen, Eispickel, Seil. Das Seil mag bei ganz aperem Gletscher nicht notwendig sein, das weiß man aber erst, wenn man vor Ort die Verhältnisse beurteilen kann. Also besser mitnehmen.

Klostertaler Hütte (2362 m)

Die Klostertaler Hütte war in den 1980er Jahren als normale Hütte projektiert worden, während des Baus gab es jedoch Diskussionen über die Übererschließung der Silvretta. Schlussendlich einigte man sich darauf, den Rohbau als Selbstversorgerhütte fertigzustellen.
Die Stube ist nur mit dem Alpenvereinsschlüssel zugänglich, den man sich bei seiner Alpenvereinssektion ausleihen muss. Es gibt drei Tische, Ofen mit Holzvorrat, Geschirr, Besteck, Töpfe. Elektrisches Licht vorhanden. Im Schlafraum sind etwa 15 Lager. Wasser gibt es am Brunnen vor der Hütte.

Der Holzvorrat im Keller besteht aus recht langen Stücken, die man erst in handlichere Stücke zersägen muss (Säge ist vorhanden). Zum Anfeuern des Ofens empfiehlt es sich, Papier und/oder Kaminanzünder mitzubringen, das Holz wollte bei uns nur recht zögerlich Feuer fangen.

Der Flur vor der Stube ist ohne Schlüssel zugänglich. Dort gibt es einen Tisch mit Bank sowie zwei Schlafplätze für den Notfall, aber keinen Ofen.

Man erreicht die Hütte in etwa 1:45 von der Bielerhöhe durchs Klostertal auf einem Fahrweg.


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© 2020 Hartmut Bielefeldt

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Letzte Änderung am 26. September 2020 durch Hartmut Bielefeldt