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Dieses Dokument im Internet: www.bielefeldt.de/alaskad.htm
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Alaska
Teil 1
Teil 1:
Denali
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Unser Alaska-Reisebericht 2000 ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 enthält die eigentliche Berg-Expedition, und Teil 2 enthält unsere darauffolgende Reise durch Alaska. Dasselbe gilt für die dazugehörigen praktischen Hinweise. Diese Seite enthält den zweiten Teil.
Kurzzusammenfassung - Berge (Wanderungen)
Race Point, Marathon Mountain921 m
Mount Margaret1542 m
Berg südwestlich Marion Creek1036 m
Donnelly Dome1192 m

Alaska: Besteigung des Denali und Reise durch Alaska

12. Mai - 11. Juni 2000

Claudia Bäumler und Hartmut Bielefeldt

Teil 2: Alaska, 30. Mai - 11. Juni 2000


Verfasser dieses Textes: Hartmut Bielefeldt

Dienstag, 30. Mai 2000

Anchorage
Erledigungs-Tag in Anchorage. Da wir für den Berg deutlich weniger Zeit benötigt haben als wir insgesamt für die Reise eingeplant hatten, können wir noch irgendwas anderes unternehmen in den nächsten zehn Tagen. Für die ersten vier Tage wollen wir die ca. 200 km nach Seward mit dem Fahrrad fahren, dort das touristische Pflichtprogramm absolvieren (Wale gucken) und mit der Bahn nach Anchorage zurückfahren.
Die anderen sechs Tage wollen wir mit dem Mietwagen ein bisschen den Rest vom großen Land nordwärts unter die Lupe nehmen. Heute versuchen wir, das alles organisatorisch auf die Reihe zu bekommen.
Der Unterschied zwischen dem Bahnhof von Anchorage und dem einer deutschen Stadt gleicher Größe könnte auffälliger kaum sein: Die meisten Züge müssen vorher reserviert werden, eine Umbuchung kostet $ 50, es fährt im Sommer täglich ein Zug nach Fairbanks und einer nach Seward. Kein Wunder, dass sich nur alle Viertelstunde mal ein Kunde an den Fahrkartenschalter verirrt.

Mittwoch, 31. Mai 2000

Anchorage - Seward, Teil 1 (Fahrrad)
Kurz nach halb zehn machen wir uns per Fahrrad auf den Weg südwärts aus der Stadt. Nach zwei Stunden, wie üblich durch rote Ampeln und die eine oder andere Orientierungsübung ausgebremst, erreichen wir am Chugach State Park Headquarter das Meer, d.h. den Turnagain Arm1, dem wir nun 35 Meilen (also 56 km) lang auf der recht viel befahrenen Straße folgen. Der Seitenstreifen ist aber immer breit genug.
Noch hundert Meilen bis Seward
Noch hundert Meilen bis Seward

Im Gegensatz zur Gegend um Anchorage sehen die Berge hier noch sehr winterlich aus. Jenseits von Portage geht es zum Turnagain Pass hoch. Trotz der nur 300 m Seehöhe sind wir hier noch fast im tiefsten Winter. Folglich ist natürlich keine Chance auszumachen, den Johnson Pass Trail (450 m Höhe) mit den Rädern zu bewältigen, ohne im Schnee steckenzubleiben. Schade, das wäre vielleicht eine nette Abwechslung zur Straße gewesen.
So übernachten wir nach insgesamt 109 Kilometern im Campingplatz Granite Creek für satte $10 und sind neben all den Wohnmobilen natürlich das einzige Zelt. Immerhin sind die Stellplätze so weit auseinander, dass man seine Nachbarn kaum mehr sieht, und der Platz an sich liegt hübsch am Fluss im Wald.

1 er heißt so, weil Captain Cook bei seiner Erkundungsreise 1778 dort wegen des flachen Wassers bald umdrehen musste. Aber es wäre ja sowieso eine Sackgasse gewesen (endet bei Portage).

Donnerstag, 1. Juni 2000

Anchorage - Seward, Teil 2 (Fahrrad)
Ohne dass uns in der Nacht ein Bär begegnet wäre, machen wir uns morgens um neun auf den Weiterweg und scheuchen gleich einen Elch vom Wegesrand auf.
Heute gibt es eine ziemliche Berg- und Talfahrt mit drei "Pässen" (Summit, Moose Pass und Divide), deren höchster 430 m Meereshöhe erreicht. Aber auch dazwischen geht es immer wieder mal rauf und runter. Zwischen den Pässen liegt eine Vielzahl größerer und kleinerer Seen; die Berge sind meist 1200-1500 m hoch und noch kräftig verschneit.
Nach sieben Stunden erreichen wir Seward, das wieder am Meer liegt. Der Waterfront-Campingplatz direkt am Meer ist relativ günstig ($6 fürs Zelt) und liegt auch ganz günstig.

Freitag, 2. Juni 2000

Seward
Heute gibt's das touristische Programm, bestehend aus einer achtstündigen Schiffsfahrt in den Kenai Fjords-Nationalpark. Das ist zwar nicht gerade billig (wie so manches hier in Alaska), aber durchaus lohnend. Neben der eindrucksvollen Fjord- und Insellandschaft bekommt man eine ganze Menge Tiere zu sehen: Seeotter, Adler, Orcas, Puffins (Papageientaucher), Buckelwale, Robben, Bergziegen, Kittiwakes (die können einem selber sagen wie sie heißen) und Seelöwen.
Orcas
Orcas
Auch das ist Alaska
Auch das ist Alaska

Samstag, 3. Juni 2000

Seward - Anchorage (Bahn)
Den Marathon Mountain oberhalb der "Stadt" lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Jedes Jahr am 4.7. findet ein Wettrennen auf dem "Trail" genannten Pfad statt, der sich fast geradlinig den Berg hochzieht. Man erreicht zwar nur den 921 m hohen Race Point, der eigentliche Marathon Mountain ist durch den Schnee und den schmalen Grat schlecht zu erreichen. Die Aussicht ist auch so schön genug, man sieht direkt auf Seward und das Meer hinunter. Vier Wochen vor Independence Day sind hier auch eine Menge Leute unterwegs, die eifrig am Trainieren sind.
Zurück nach Anchorage geht's mit der Bahn. Die Bahnlinie folgt teilweise der Straße, die wir von der Hinfahrt schon kennen, nimmt aber von Moose Pass bis Portage eine eigene Route durch die Berge. Auch dort ist es noch tief verschneit, Anfang Juni. Die Bahnfahrt dauert etwa vier Stunden für 115 Meilen.
Per Bahn geht's zurueck.
Per Bahn geht's zurück.

Sonntag, 4. Juni 2000

Anchorage - Denali NP (Auto)
Wir tauschen die Fahrräder gegen ein Auto, mit dem wir noch ein wenig in Alaska herumfahren wollen. Heute geht's 250 Meilen von Anchorage zum Denali-Nationalpark-"Haupteingang". Für die Übernachtung im Riley Creek-Campingplatz bekommen wir im Visitor Center den vorletzten freien Platz zugewiesen.

Montag, 5. Juni 2000

Denali NP
Vom Ende des frei befahrbaren Teils der Straße aus unternehmen wir eine Wanderung auf den Mount Margaret. Das bis zu 2 Meter hohe Buschwerk im mittleren Bereich ist sehr hinderlich. Weiter oben am Grat geht's zunächst besser, aber das, wo wir nach anderthalb Stunden ankommen, ist mitnichten der Gipfel. Der kostet uns durch eine flache Hochebene mit viel Schnee nochmal anderthalb Stunden, denn der Schnee ist völlig durchweicht und oft knie- bis hüfttief. Der Berg ist übrigens 1542 m hoch.
Im Denali-Nationalpark hinter der Hauptkette der Alaska Range ist es offensichtlich deutlich trockener als weiter im Süden. 1500 m hohe Berge sind bei Seward und Anchorage schon kräftig vergletschert. Während auf 600 m Höhe auf der Kenai-Halbinsel noch Winterlandschaft geboten war, liegt hier im Campingplatz kein Schnee mehr.
Der Nationalpark ist von einer Vielzahl von Tieren bevölkert. Bären sehen wir die ganze Zeit in Alaska keine; dafür gibt es heute morgen ein außerordentlich freches Eichhörnchen sowie mehrere Karibus (Rentiere), einen Fuchs am Berg und einen Fuchs, der mitten durch den Campingplatz spazierte.
Das Wetter ist immer noch schön, seit wir vom Denali herausgeflogen sind. Da werden es die Denali-Aspiranten nach uns ja um einiges leichter gehabt haben. Den Berg sieht man vom Campingplatz Savage River, aber er ist dort noch 110 km entfernt.

Dienstag, 6. Juni 2000

Denali NP - Fairbanks - Arctic Circle (Auto)
Vom Denali-Nationalpark fahren wir durch 100 Meilen größtenteils monotone Wald- und Hügellandschaft nach Fairbanks und weiter nordwärts. Bis zum Yukon ist die Landschaft ziemlich schwarzwald-ähnlich, außer dass es natürlich sehr viel schwächer besiedelt ist. 73 Meilen nördlich von Fairbanks beginnt der Dalton Highway, der als Versorgungsstraße der Trans-Alaska-Pipeline folgt. Als sogenannte "Hochgeschwindigkeits-Schotterstraße" darf man maximal 50 Meilen pro Stunde fahren. Die Namen auf der Landkarte sind entlang dieser Strecke nur selten richtige Ortschaften: Yukon (Meile 56) besteht aus einem Restaurant, einem Motel, einer Tankstelle und einem Informationsstand des Bureau of Land Management. Arctic Circle (Meile 115) besteht aus einem Schild und ein paar Zeltplätzen im Birkenwald.
Dort übernachten wir, wobei es natürlich praktisch keine merkliche Nacht gibt. In den Mini-Birkenwäldern hoppeln kleine Hasen herum, und um uns schwirren Wolken von Stechmücken, die hier nun wirklich lästig werden.
Die Strasse folgt mehr oder weniger der Pipeline.
Die Straße folgt mehr oder weniger der Pipeline.
Die Pipeline ist ziemlich eindrucksvoll.
Von Nahem betrachtet, ist die Pipeline ziemlich eindrucksvoll. Die komischen Teile auf den Pfosten sind Kühlkörper, die ein Auftauen des Dauerfrostbodens durch das relativ warme Öl verhindern sollen.
Am Polarkreis
Am Polarkreis

Mittwoch, 7. Juni 2000

Arctic Circle - Atigun Pass - Marion Creek (Auto)
Morgens hängt eine schwarze Wolke dieser miesen kleinen Rüsseltiere am Zelt. Nachdem wir sie mehr oder weniger verscheucht haben, geht es nordwärts weiter, durch die ganz ansehnlichen Vorgebirge der Brooks Range. Im Schutz der Berge gibt es in den Tälern wieder mehr Wald, wenn der auch häufig ziemlich licht ist. Wir tanken in der "Ortschaft" Coldfoot (woher dieser Name wohl kommt...) und fahren zum Atigun Pass (1450 m, Meile 245). Alaskas höchste Paßstraße liegt ausgerechnet ganz im Norden, und die Landschaft sieht so aus, als würde es hier niemals Sommer werden. Jenseits des Passes fließen die Flüsse ins Nordpolarmeer, und der nördlichste Tannenbaum steht zehn Meilen vor der Paßhöhe.
Eine Bergtour auf einen der umliegenden Berge scheitert daran, dass das Gestein schuttig, aber öfters trotzdem sehr steil und nicht ganz unschwierig ist.
Am Paß treffen wir einen Kalifornier, der gerade mit dem Fahrrad von Norden her hochkommt und nach Fairbanks fährt.
Nachdem wir noch die Aussicht durch die weite Öde des Nordens bewundert haben, drehen wir bei 68°16' n.Br. wieder um. Etwas vor Coldfoot lassen wir uns im Campingplatz Marion Creek nieder. Hier lassen sich wenigstens die Berge besteigen. Zur Mitternachtssonne reicht's trotzdem nicht ganz, alleine schon weil die Berge im Norden im Weg sind. Trotzdem ist es nett, wenn man abends um halb elf im Sonnenschein vom Berg absteigen kann.

Donnerstag, 8. Juni 2000

Marion Creek - Fairbanks (Auto)
Heute morgen regnet's. Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Rückfahrt den Dalton Highway nach Fairbanks. Was für eine Erlösung, als 30 Meilen vor Fairbanks die Straße wieder geteert ist.
In Fairbanks gibt's (ausnahmsweise) ein bisschen Kultur, nämlich das Museum der University of Alaska.

Freitag, 9. Juni 2000

Fairbanks - Glennallen - King Mountain (Auto)
Die gestrige Wettervorhersage im Radio war wieder mal echt alaskanisch. Statt "partly cloudy" regnet es heute richtig, aber das beeindruckt die Mücken nicht. Der Chena Lake Campingplatz übertrifft in der Zahl dieser Monster sogar noch den Arctic Circle.
Da wir morgen wieder nach Hause fliegen müssen, steht heute hauptsächlich die Fahrt nach Süden auf dem Programm. Trotzdem können wir unterwegs einen markanten Hügel südlich von Delta Junction, den wir nachträglich als Donnelly Dome (1192 m) identifizieren, erwandern. Im Gipfel-Steinhaufen wohnt ein Erdhörnchen, das interessiert unsere Skistöcke untersucht.
Der Bewohner des Steinhaufens auf dem Gipfel
Der Bewohner des Steinhaufens auf dem Gipfel

Der Weiterweg führt über Glennallen und nördlich der Chugach Mountains vorbei, wo einige imposante Gletscher bis in die Täler vordringen.
King mountain campground
King Mountain Campground

Samstag, 10. Juni 2000 / Sonntag, 11. Juni 2000

King Mountain - Anchorage (Auto)
Zurück nach Anchorage. Der Flughafen ist, gelinde gesagt, unübersichtlich. Wieso man denn in diesem Land, das offensichtlich Weltmeister im Aufstellen von Stopschildern ist, nicht irgendwo ausschildern kann, dass das internationale Terminal das nördliche ist?
Auch die Suche nach Briefmarken für unsere Postkarten ist erst wenig erfolgreich. Die Post ist samstags geschlossen, der erste Automat ist in irgendeiner Endlosschleife, und der Automat am Flughafen benimmt sich wie fast jeder amerikanische Automat bis jetzt: Nimmt das Geld, aber Briefmarken gibt's keine. Als Amerika beschlossen hat, zur Weltmacht zu werden, waren die Klempner und die Automatenhersteller offensichtlich nicht dabei. Erst mehr oder weniger gewalttätige Überzeugungsarbeit verschafft uns schließlich unsere Briefmarken.
Im Gegensatz zum Hinflug kommen wir diesmal in nur gut neun Stunden direkt nach Frankfurt. Die Nacht zum Sonntag findet diesmal wegen der Route über den Nordpol tatsächlich nicht statt, die Sonne bleibt die ganze Zeit hoch am Himmel stehen. Zurück in der Heimat werden wir die nicht untergehende Sonne noch eine ganze Weile vermissen.
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Hartmut Bielefeldt
Sonnhalde 8
D-88699 Frickingen
© 2000 Hartmut Bielefeldt

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Letzte Änderung am 02. September 2000 durch Hartmut Bielefeldt