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Dieses Dokument im Internet: www.bielefeldt.de/kametd.htm
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Kurzzusammenfassung - Berge
Chitarkana N3797 m
Kamet7756 mnur bis 7670 m

Kamet (7756 m) (Versuch)

Mai/Juni 2005

Natürlich kann man sich unendlich viele interessante Ziele setzen, je nach persönlicher Vorliebe. Man kann nach Rekorden suchen, nach 7-Summits oder 14 Achttausendern. Für uns als hauptberufliche Erwerbsmenschen bleibt das Eine wie das Andere nicht realisierbar, und vielleicht auch gar nicht anzustreben. Auch an Siebentausendern (und übrigens auch an vielen schönen "kleineren" Bergen) kann man einen interessanten, herausfordernden und auch neue Eindrücke vermittelnden Urlaub erleben.

Für 2005 wollten wir nach den etwas übersichtlichen Unternehmungen der letzten Jahre wieder ein etwas größeres Projekt angehen. Unsere Wahl fiel dabei auf den Kamet (7756 m) im indischen Garhwal-Himalaya, etwa im Dreiländereck Indien-Nepal-Tibet. Wir haben uns im Mai/Juni 2005 einer external linkbritischen Expedition angeschlossen, die eines der ersten Permits seit der Sperrung dieser Region für Ausländer vor über 40 Jahren erhalten hat.

Die Informationsbeschaffung war daher das erste interessante Thema im Vorfeld der Unternehmung. Es gibt praktisch keine aktuellen Bilder von der Route, und die einzige schriftliche Quelle ist das Buch der Erstbesteiger von 1931. Der Kamet war damals der höchste von Menschen bestiegene Berg. Einige geschichtliche Hintergründe über den Kamet finden Sie auf einer separaten Seite.

Expeditionsbericht

Expeditionsleitung: Martin Moran und John Lyall
Teilnehmer: Tom Rankin, Steve Ward, David Hasdell, Hazel Hunkin, Neil Lindsey, John Hudson (genannt Rock), Mike Freeman, James Gibb, Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt
Verbindungsoffzier: D. S. Rathore
Basecamp Manager: Naveen Chandra
Koch: Shri Saroj Sherpa
Kitchen Boy: Manish Pandey
Sherpas: Shri Urgen Sherpa, Shri Phurba Gyalzen Sherpa, Shri Dukpa Tshering Sherpa
Hochträger: Shri Govind Singh, Shri Ajaypal Singh

Autor dieses Textes: Hartmut Bielefeldt

Donnerstag, 05.05.05

Frankfurt - Paris - Delhi

Ein langer Flug von Frankfurt über Paris bringt uns nach Delhi. Abflug 7.25, Ankunft 22.00.

Eine Stunde später kommen die anderen Expeditionsmitglieder aus London an. Zusammen werden wir von Naveen Chandra von der örtlichen Trekkingagentur, der uns auch als Basecamp-Manager dienen wird, ins Hotel gebracht.

Freitag, 06.05.

Delhi

Nach dem Frühstück orientieren wir uns erst mal in New Delhi, was mit unserem Stadtplan nicht sonderlich schwierig ist.

Schwieriger ist es dagegen, die vielen Rikschafahrer loszuwerden, die immer genau zu wissen glauben, wo wir unbedingt hin müssen. Mittags wird es sehr heiß, da unternimmt man nicht allzuviel.

Am Nachmittag gehen wir mit zur Indian Mountaineering Federation zum offiziellen Expeditions-Briefing. Da wir die erste westliche Expedition seit vielen Jahrzehnten in dieser Grenzregion sind, ist es der IMF wichtig, dass alle der teilweise ziemlich restriktiven Vorschriften eingehalten werden, sowohl aus Umwelt- wie aus militärischen Gesichtspunkten.

Das Hotel entspricht normalen Ansprüchen. Nur die Wasserversorgung scheint manchmal etwas unzuverläsig zu sein (oder sind's die Klempner?), daher gibt es eine Handspülung für die Toilette. Man muss dann eben die entsprechende Wassermenge am Hahn abfüllen und mit einem großen Becher ins Örtchen leeren.

Samstag, 07.05.

Fahrt Delhi - Haridwar - Srinagar(Garhwal)

Morgens um sieben fahren wir* - übrigens äußerst pünktlich - mit dem Expresszug von New Delhi nach Haridwar. Die 300 km Fahrt im klimatisierten Zug geht schnell und ist komfortabel. Der gecharterte Reisebus war schon lange vorher in Delhi abgefahren und erwartet uns nun am Bahnhof. Zusammen mit Mr. Pandey, dem Leiter der Trekkingagentur, fahren wir nach Rishikesh. Das Baden im Ganges ist dort allerdings wegen Verschmutzung des Flusses verboten.

Hier beginnen die Hügel am Rand des Himalaya, die sogenannten Foothills. Die Berge sind nicht allzu hoch, aber die Flüsse haben sich in tiefe Schluchten engegraben und ein unübersichtliches Labyrinth an Tälern geschaffen. Die Straße verläuft teils nah am Fluss, teils steigt sie beträchtlich an, um eine Schlucht zu umgehen und danach wieder fast genausoweit bergab zu führen. Die Aussicht vom Straßenrand ist besonders in den häufigen Erdrutschzonen durchaus nicht beruhigend. Immer wieder mahnen Schilder zu vorsichtiger Fahrweise: "Keep left", "Drive slower, live longer", "Speed thrills but kills", "Remember God". 103 Kilometer lang geht das so bis nach Srinagar (Garhwal), das nur auf 1200 m liegt. Abends um sieben sind wir dort. Etwa auf halbem Weg hatte sich der Ganges in die zwei Haupt-Quellflüsse Bhagirati und Alaknanda aufgeteilt.

*die Expeditionsteilnehmer, Naveen und unser Verbindungsoffizier

Rishikesh
Rishikesh
unterwegs nach Srinagar
unterwegs nach Srinagar
Die Straße ist oft recht abenteuerlich
Die Straße ist oft recht abenteuerlich
kurz vor Joshimath
kurz vor Joshimath

Sonntag, 08.05.

Fahrt Srinagar(Garhwal) - Joshimath

"On the bend go slow friend", "Enemy of the road: liquor, speed and overload", "Mountains are pleasure if you drive with leisure". Bis Chamoli geht es weitere 97 km durchs Foothill-Schluchten-Wirrwarr des Alaknanda. Danach nochmal 50 km bis Joshimath. Die Landschaft wird grüner, und die Hitze hat endlich ein Ende. Bald beginnt es zu regnen. Die Hangrutschungen werden im Gewitterregen abenteuerlich lebendig, und es kommt nicht nur Wasser von rechts oben. Nach 7 1/2 Stunden erreichen wir Joshimath (1950 m).

Wenn schon die Foothills einiges wilder waren als unsere heimatlichen Hügel, dann ist die Landschaft hier richtig ernst: In der Tiefe arbeiten sich die Flüsse durch ihre Schluchten, darüber ragen die ersten größeren Berge des Garhwal steil wie eine Festung auf. Der Fels ist fest und gut, viele Seitentäler scheinen überhaupt nicht zugänglich zu sein. Weiter hinten ragen wilde, teils vergletscherte Felszacken hervor.

Montag, 09.05.

Fahrt Joshimath - Auli

Morgens noch ein kurzer Einkauf in der "Stadt", dann werden wir mit Jeeps hoch ins Skigebiet gefahren, das auf ca. 2700 m liegt. Indiens höchste und längste Seilbahn (wie das Schild behauptet) ist momentan nicht in Betrieb.

Nachdem wir unsere Unterkunftshütten bezogen haben, unternehmen wir einen Akklimatisationsspaziergang. Bis 3200 m wächst Wald, die Gegend erinnert an die Voralpen. Wir folgen einem Gratrücken, bis wir nach drei Stunden auf dem Nordgipfel des Chitarkana (3797) die Aussicht genießen können.

Das Wetter sah erst nach Regen aus, stabilisiert sich am Nachmittag aber wieder.

Blick von Auli zur Nanda Devi (7816 m)
Blick von Auli zur Nanda Devi (7816 m)

Dienstag, 10.05.

Fahrt Auli - Joshimath - Bampa

Um sechs Uhr früh gibt es Early Morning Tea. Eine Stunde später fahren wir per Jeep runter nach Joshimath, frühstücken kurz und fahren um halb neun weiter das Tal des Dhauli Ganga aufwärts.

Es gibt kaum ebene Flecken, meist verläuft der Fluss tief eingeschnitten unter uns. Die Straße ist oft recht wagemutig in den Fels gehauen. Gegenverkehr kostet jeweils mehrminütiges Hin- und Herrangieren. Die Militärpräsenz um Joshimath herum und längs der Straße ist auffällig.

Nach 60 km ist der Ort Malari erreicht; nun folgen weitere 20 km ungeteerte Straße, bis wir auf die Träger treffen, die aus den umliegenden Dörfern hier von der Agentur angeworben worden waren. Kurz dahinter sind Arbeiter damit beschäftigt, sich durch ein Altschneefeld zu schaufeln, um die Straße befahrbar zu machen. Wir müssen also zu Fuß weiter.

Zum Glück sind es nur anderthalb Kilometer bis Bampa (3350 m), wo wir übernachten werden. Der Ort ist noch verlassen, die Bewohner kommen erst in etwa zwei Wochen mit ihren Weidetieren aus dem Tal hoch. Um die Schule herum richten wir uns häuslich ein. Die Landschaft erinnert an die italienische Seite des Mont Blanc, nur größer: etwas Wald, viele schroffe Felszacken und riesige Wandfluchten.

Den Rest des Nachmittags verbringen einige Täger und unsere britischen Kameraden mit einem seltsamen Spiel, das sie Cricket nennen.

Bis die Küche fertig installiert ist, dauert es noch ein Weilchen. In der Umgebung waren nur 48 Träger zu finden, wir bräuchten aber etwa 70. Morgen sollten noch weitere aus dem Tal dazukommen, aber momentan ist Hochzeits-Saison, und viele feiern eher als dass sie für ausländische Expeditionen arbeiten möchten. So gehen einige unserer Träger den Weg doppelt. Heute ist das kein großes Problem, es ist ja nicht weit. Spätestens übermorgen wird die Etappe aber zu lang, dass man sie - noch dazu voll beladen - zweimal gehen könnte.

Bei Gegenverkehr wird es eng
Bei Gegenverkehr wird es eng
Bampa
Bampa

Mittwoch, 11.05.

Bampa - Gamsali - Niti

Vierzig Minuten nach Abmarsch sind wir am Kontrollpunkt der Border Police. Nach zwei Stunden haben Naveen, Mr. Pandey und unser Verbindungsoffizier Rathore anscheinend alle Formalitäten erledigt, und nach ausführlicher Gesichtskontrolle dürfen wir weiter.

Hinter der engen unteren Niti-Schlucht weitet sich das Tal wieder. Der Fluss im Talgrund bleibt aber tief eingeschnitten. Eine Stunde nach der Polizeistation kommen wir in die Ortschaft Niti (3450 m), wo der Weg wieder beginnt anzusteigen, um die nächste Schlucht zu umgehen. Niti ist der Landkarte zufolge der letzte Ort im Tal. Außer der Besatzung der Polizeistation ist niemand im Dorf. Unsere Briten spielen Cricket gegen die Border Police.

Donnerstag, 12.05.

Niti - Dhauli Ganga

Zum Glück hat sich seit Frank Smythes Zeiten doch ein bisschen was getan: Der Weg führt jetzt nicht mehr bis auf die Hochweiden von Bamlas hoch (und dann wieder dreihundert Höhenmeter runter), sondern bleibt näher am Fluss und durchquert als oft ziemlich schmaler Pfad die steilen Felswände der Schlucht. Danach öffnet sich wieder ein Hochtal. Die Vegetation ist spärlich, der größte Teil des Tals ist schuttbedeckt.

Am oberen Ende dieses Hochtals, wo der Dhauli Ganga aus der Kharbasia-Schluch herausschäumt, müssen wir den Fluss überqueren und nach links abbiegen. Da weder eine Brücke noch ein Seil vorhanden sind, müssen wir damit bis morgen früh warten, wenn der Wasserstand niedriger ist. Wir schlagen auf 3890 m unsere Zelte auf.

Der Rest des Nachmittags vergeht mit mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen, eine Brücke zu bauen. Es liegen auch Stahlträger herum, die offensichtlich dafür gedacht sind. Es fehlen aber die entscheidenden Schrauben, um sie zu verbinden. Daraus mit Schnüren eine 5 Meter lange Brücke zu basteln und sie überm reißenden Fluss zu positionieren, ist nur mit Muskelkraft nicht ganz einfach. Immerhin ist gegen Abend eine einigermaßen begehbare Konstruktion entstanden.

Freitag, 13.05.

Dhauli Ganga - Raikana Kharak

Der Wasserstand ist während der Nacht nicht allzustark zurückgegangen. Dank der Brücke kommen wir trotzdem gut ans andere Ufer. Größere Hochwasser wird das Bauwerk aber kaum überstehen - deshalb sollen die Träger beim Rückmarsch ins Tal die Brücke aufs Ufer ziehen und in knapp vier Wochen wieder in Position bringen. Bis dahin ist uns von oben her ein einfacher Rückzug allerdings abgeschnitten.

Unsere Brücke funktioniert
Unsere Brücke funktioniert
Hinten im Tal liegt der schuttbedeckte Gletscher
Hinten im Tal liegt der schuttbedeckte Gletscher

Der Weiterweg führt über einige Geröllhalden und verläuft ziemlich flach durchs Tal. Auf der letzten Alp vor dem Schlussanstieg - Raikana Kharak (4370 m) - lagern wir, denn immer noch haben wir zuviele Lasten für die 48 Träger. Die Etappe bis zum Basislager wäre zu lang, dass sie jemand mit Last zweimal an einem Tag gehen könnte. Die restlichen 400 Höhenmeter machen wir dann morgen.

Das Wetter beginnt heute sonnig wie die vergangenen Tage, aber nachmittags kommen Wolken von den Gipfeln herunter, und um drei beginnt es zu schneien. Das sorgt für einiges Durcheinander, weil die Träger nun schutzlos im Schnee sitzen - denn das große Mannschaftszelt ist erst bei den letzten Lasten dabei. So müssen einige der Hochlagerzelte als Behelfsunterkunft herhalten.

Samstag, 14.05.

Raikana Kharak - Vasudhara Tal - Raikana Kharak

Im Lauf der Nacht hat es zu schneien aufgehört. Das Wetter am Morgen sieht noch recht durchwachsen aus. Die Motivation der Träger hat durch die 10 cm Neuschnee und die unangenehme Nacht gelitten, und so sind die meisten nicht mehr bereit, heute Lasten bis zum eigentlichen Basislager-Platz zu bringen. Von den 48 bleiben uns nur noch 12.

Eine erste Fuhre wird heute vormittag zum Vasudhara Tal gebracht. Auch wir steigen, vorerst ohne Gepäck, auf, um unser Zuhause für die nächsten Wochen zu besichtigen. Bald wird es ziemlich sonnig, der Schnee schmilzt schnell wieder. Nach zwei Stunden ist der Ort erreicht, wo man üblicherweise das Basislager für den Kamet einrichtet. Fast unbemerkt sind wir vom Schutt der Endmoräne auf das Eis des Gletschers gekommen. Der Gletschersee Vasudhara Tal ist schätzungsweise 800 m x 300 m groß und vollständig zugefroren. Daneben gibt es viele kleinere Seen und Tümpel.

Neben Müll von vorangegangenen indischen Militärexpeditionen* finden sich nur wenige Zeltplätze im zerschrundenen Gletscher- und Schuttgelände. Immerhin finden sich in den Hinterlassenschaften der letzten Expedition auch 15 Dosen Ananas und mehrere Dosen Käse, deren Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist.

Mittags sind wir wieder in Raikana Kharak, wo es deutlich gemütlicher ist (hier wächst Gras und Wacholder), aber eben auch deutlich weiter weg vom Berg.

* Für uns als ausländische Expedition ist natürlich eine zentrale Bedingung des Permits, nirgends Müll zu hinterlassen.

Sonntag, 15.05.

Raikana Kharak - Vasudhara Tal (Basislager)

Die verbliebenen zwölf Träger haben sich nun doch entschieden, an ihrem letzten Tag heute je zwei Lasten nach oben zu bringen. Das entspannt unsere Logistik-Situation zumindest etwas. Wir werden daher selbst das hochtragen, was wir unmittelbar brauchen, und das Lager Raikana Kharak zugunsten des Basislagers Vasudhara Tal auflösen. Was an Lasten noch unten ist, wird dann im Lauf der nächsten Tage von den Sherpas hochgebracht. Das Wetter ist perfekt, und die meisten kommen recht gut mit der Höhe zurecht. Trotz deutlich mehr Gepäck sind die 320 Höhenmeter leichter als gestern.

Den Rest des Tages richten wir unser Basislager ein. Dazu bedarf es einiger teilweise größerer Arbeiten, bis auf der Moräne ebener Platz für die Zelte geschaffen ist. Bis wir ein vorgeschobenes Basislager näher am Berg haben, wird das unser Zuhause sein. Ohne Neuschnee sieht die Gegend auch schon viel freundlicher aus. Der Wind scheint aber unvermeidbar zu sein. Heute beginnt er gegen 15 Uhr. Gegen Abend zieht es sich von Südosten her etwas zu, es gibt ein paar Krümel Graupel.

Träger auf dem Weg ins Basislager
Träger auf dem Weg ins Basislager
Im Basislager, 4700 m
Im Basislager, 4700 m

Montag, 16.05.

Basislager - Lager 1 - Basislager

Wieder ein wolkenloser Morgen. Auch im Basislager kommt die Sonne relativ spät (7 Uhr), die Berge im Osten werfen lange Schatten.

Morgens um sechs findet eine Puja-Zeremonie statt. Eine zentrale Rolle spielt hier eine Kokosnuss anstatt Tsampa wie in Tibet. Nach dem Frühstück machen wir uns mit einer ersten Ladung Ausrüstung auf den Weg zu Lager 1. Die Überquerung des Gletschers zum südwestlichen Rand hin ist ein ständiges Auf und Ab, und auch der ganze Weiterweg bietet massenweise vergeudete Höhenmeter. Wenigstens müssen wir uns großteils nicht über Moränenschutt arbeiten, sondern können auf tragfähigem Schnee gehen. Nach etwa 8 km (und 4 1/2 Stunden) sind wir an einem geeigneten Platz auf 5040 m, wo wir ein Zelt aufbauen und die Ausrüstung darin deponieren.

Die Szenerie ist beeindruckend: Am Südrand des Gletschers steigen riesige fast senkrechte Fels- und Eiswände zu den Gipfeln Bidhan Parbat, Deoban und Mana auf - der Mana über 2000 Meter über uns.

Auch der Rückweg zum Basislager dauert 2 3/4 Stunden und ist ziemlich anstrengend, auch weil wir dank des warmen Wetters schon in Lager 1 unseren Getränkevorrat aufgebraucht haben. Dabei wird es am Nachmittag wieder bewölkt und windig. Gerade rechtzeitig, als es zu schneien beginnt, sind wir zurück. Es schneit bis in die Nacht hinein, wenn auch - wie üblich - mengenmäßig nicht viel.

Dienstag, 17.05.

Ruhetag im Basislager

Nach der gestrigen Anstrengung ist heute ein Ruhetag vorgesehen. Den brauchen wir auch, um das Essen für die Hochlager zu sortieren und aufzuteilen, den Zeltplatz für Hazel und David sowie das WC zu bauen.

Wie meistens ist es morgens wolkenlos, heute setzt der Wind aber schon um elf Uhr ein. Hazel und David, die wegen Davids Erkältung zwei Tage länger in Raikana Kharak geblieben waren, ziehen heute ins Basislager um.

Mittwoch, 18.05.

Basislager - Lager 1

Zweiter Transport nach Lager 1. Morgens um sieben ist es fast wolkenlos, nur ein paar harmlose (?) Zirren. Schon um neun ist die Sonne aber nur mehr eine matte Scheibe, die sich durch die Wolken müht. Während der vier Stunden Aufstiegszeit ist es so wenigstens nicht allzu heiß, manchmal aber unangenehm windig.

Mit dem Einrichten des Zelts und Mittagsschlaf geht der Nachmittag schnell vorbei. Abendessen im "unmöblierten" Messezelt: Man sitzt auf Rucksäcken, Benzinkanistern und was man sonst so findet. Gekocht wird auf kleinen Kerosinkochern: Kartoffelbrei und dazu als Soße "Veggi-Burger"-Fertigmischung mit zusätzlich Tomatensoße, Zwiebeln und Käse. Tomatensoße, Zwiebeln und Käse waren auch die einzigen feststellbaren Geschmackskomponenten im Endprodukt.

Donnerstag, 19.05.

Lager 1 - Lager 2 - Lager 1

Wenn wir schon dachten, der erste Transport zu Lager 1 wäre an Mühsal nicht zu überbieten, so werden wir heute eines Besseren belehrt. Der Weg zu Lager 2 geht anfangs ähnlich weiter wie gehabt: Moränenbuckel, Gegensteigungen, endlose Strecke ohne Höhengewinn. Nach 3 km wird es etwas steiler, der Gletscher verengt sich in der Schlucht unter dem Mana Peak.

Es ist wolkenlos, mal windstill und heiß, mal windig und kalt. Ständiges An-, Aus- und Umziehen, und in der Höhe ist das Gehen mit schwerem Gepäck sehr mühsam. Je weiter wir nach rechts um die Kurve kommen, umso mehr von der Route auf den Kamet zeigt sich: Meade's Col, Abi Gamin, die Problemzone zwischen Lager 3 und dem oberen Hängegletscher, und irgendwann endlich auch der Platz für Lager 2, 5540 m. Ein Moränenwall trennt ein kleines flaches Seitental vom Hauptgletscher ab; dort ist es windgeschützter.

Nach fünf Stunden endlich sind wir hier, deponieren die Lasten und machen uns auf den Rückweg, der freundlicherweise nur 1 3/4 Stunden dauert. Etwas unterhalb Lager 2 überrascht uns ein Lämmergeier, der majestätisch über uns weite Kreise zieht. Wovon ernährt sich ein drei Meter großer Vogel hier oben, wo keine einzige Pflanze mehr wächst?

Lager 1 ist inzwischen mit Koch Saroj besetzt. Es gibt Daal Baht (Reis mit Linsen); die Sitzplatzsituation hat sich noch verschärft, denn inzwischen sind Hazel, David und Neil vom Basislager hochgekommen. Für zwölf Expeditionsteilnehmer, drei Sherpas und den Koch ist das Messezelt wirklich etwas eng.

Freitag, 20.05.

Lager 1 - Lager 2

Beim zweiten Mal mit weniger Gepäck ist die Strecke von Lager 1 nach Lager 2 in vier Stunden und mit deutlich weniger Anstrengung geschafft. Morgens ist es wieder sonnig, aber nicht so drückend heiß wie gestern. Nachmittags setzt Schneefall ein - freundlicherweise nachdem wir mit dem Zeltaufbau fertig sind.

Samstag, 21.05.

Lager 2 - Lager 1 - Basislager

Für heute ist eine Erkundung des Weges zu Lager 3 geplant. Dazu werden auch so viele Fixseile wie möglich nach weiter oben gebracht. Schon aus der Ferne kann man ahnen, dass für die Strecke Lager 3 - Lager 4 einiges an Arbeit nötig sein wird. Der Aufstieg zu Lager 3 verläuft dagegen sehr versteckt, da muss man vermutlich auch mit Überraschungen rechnen.

Leider geht es Claudia und mir heute morgen nicht besonders, Verdauung bzw. Husten lassen uns nur hundert Höhenmeter weit kommen. Auch die erste Nacht auf 5500 Metern ist doch noch recht spürbar gewesen. So ziehen wir den sowieso geplanten Abstieg ins Basislager um einen Tag vor und werden dort zwei statt einem Ruhetag einlegen, bevor wir wieder zu Lager 2 hochgehen. Zumindest ist unser Rucksack praktisch leer, da wir unser Zelt und die Schlafsäcke in Lager 2 lassen können, denn wir haben je einen zweiten Schlafsack im Basislager. Auf dem langen Abstieg (14 km) gibt es nur wenig Abwechslung: Neil kommt uns von Lager 1 her entgegen, die Küche zieht von Lager 1 nach Lager 2 um, und der Lämmergeier begegnet uns diesmal nahe Lager 1.

Das Wetter ist hinten im Tal sehr durchwachsen, zum Basislager hin sonniger, aber immer noch sehr windig. Abends beginnt es auch hier zu schneien.

Sonntag, 22.05.

Ruhetag im Basislager

Die Nacht hat uns hier 15 cm Neuschnee beschert, und es schneit immer weiter. Wie es wohl oben in Lager 2 aussieht? Da das Lager hinter der Schlucht liegt, gibt es keinen Funkkontakt dorthin. Bei dem Neuschnee und der schlechten Sicht dürfte der Weg zum Basislager nur sehr mühsam zu finden sein. Wir rühren uns nur für die Mahlzeiten und die Toilette aus unserem Zelt.

Nachmittags um vier trudeln dennoch fünf der acht Lager 2-Insassen nach langer Schneestapferei im Basislager ein; die anderen drei sind noch eine Nacht länger obengeblieben, um sich besser zu akklimatisieren und zu schauen, dass die Zelte nicht vom Neuschnee erdrückt werden.

Lager 1 (5040 m)
Lager 1 (5040 m)
Schlechtwetter im Basislager
Schlechtwetter im Basislager

Montag, 23.05.

Ruhetag im Basislager

Dass um unseren Gletscher herum auch Berge stehen, konnte man heute vielleicht eine halbe Stunde lang ahnen. Der Rest war weiß in weiß mit dauerndem leichtem Schneefall. Im Zelt ist es mal kühl, mal unerträglich heiß (wenn die Wolkenschicht mal dünner ist).

Ein paar Schlechtwettertage können wir uns noch leisten, aber dann sollten wir uns möglichst bald mehr um die höheren Lager kümmern können. Heute haben wir zumindest das Essen für die Zeit in und oberhalb Lager 2 zusammengestellt. Wenn wir beim nächsten Schönwetter wieder talaufwärts starten, sollten wir nahe am Berg bleiben, bis wir entweder den Gipfel erreichen oder uns eben die Zeit ausgeht. Heute kommen allerdings erst die restlichen Lager 2-Bewohner durch tiefen Schnee ins Basislager zurück.

Dienstag, 24.05.

Ruhetag im Basislager

Endlich wieder Sonne. Im Süden hängen zwar noch dichtere Wolken, aber bis morgen dürfte sich der Schnee soweit gesetzt haben, dass der lange Weg zu Lager 2 Sinn macht.

Am Vormittag kommen wir nun also doch zum erhofften Waschtag: Körper und Wäsche werden mit etwa 3 Litern Wasser pro Person gereinigt. Die Kerosinvorräte der Küche sind nicht unerschöpflich, daher ist Warmwasser ein wertvolles Gut.

Der Nachmittag dagegen bietet wieder mal den üblichen Schneefall.

Mittwoch, 25.05.

Basislager - Lager 2

Heute ist ein ganz besonders guter Tag, um über das hiesige Wetter zu lernen. Nur wissen wir das vorher noch nicht. Und ausgerechnet, wo heute die extrem lange Etappe vom Basislager bis nach Lager 2 ansteht. (Lager 1 ist bis auf ein Notzelt abgebaut, und wir haben unsere Hochlager-Schlafsäcke und -Isomatten oben in Lager 2 gelassen.) Zum Glück müssen wir nur etwa 12-15 kg pro Person hochbringen.

Bei Abmarsch im Basislager um sieben ist es wolkenlos und ziemlich kalt (-10°). Dadurch ist es zumindest auf den ersten Kilometern noch nicht allzu warm. Um zehn - immer noch windstill - wird es plötzlich brütend heiß. Wir schleppen uns bis Lager 1 und machen dort eine Stunde Pause, um wieder Flüssigkeit nachzufüllen.

Weiter geht es durch die Hitze. Nur vor uns, am Mana Peak, haben sich ein paar Quellwolken gebildet. Doch schlagartig um 14 Uhr setzt eisiger Westwind ein. Innerhalb einer halben Stunde ist es vollständig bewölkt, es schneit bei 70 Sachen und ist bitter kalt. Bis halb vier lässt der Wind nach und der Schneefall wird spärlicher.

Als wir nach genau zehn Stunden in Lager 2 ankommen, schneit es wieder stärker. Zum Glück sind die Sherpas schon da und haben im Messezelt* Tee gekocht. So müssen wir nicht selber Wasser suchen und den Kocher anwerfen.

Viel Abwechslung für einen Tag.

Bidhan Parbat, Deoban, P.6977 und Mana über dem East Kamet Glacier
Bidhan Parbat, Deoban, P.6977 und Mana über dem East Kamet Glacier
Endlich in Lager 2
Endlich in Lager 2

*In Lager 2 gibt es ein Küchen- und Esszelt, weil das ja unser vorgeschobenes Basislager ist.

Donnerstag, 26.05.

Ruhetag in Lager 2

Durchwachsenes Wetter - komisch, nachdem es in der Nacht sternenklar gewesen war.

Wir ruhen uns heute in Lager 2 aus. John, Neil und Rock wollen heute vom Basislager hochkommen; Hazel und David gehen runter ins Basislager und geben den Kamet auf; sie unternehmen in der Zwischenzeit ein Trekking um Joshimath.

Martin steigt heute mit den Sherpas Purba und Dukpa zu Lager 3 auf, um morgen dann das schwierige Stück oberhalb mit Fixseilen zu versichern.

Freitag, 27.05.

Ruhetag in Lager 2

Schnee, Schnee, Schnee. Die ganze Nacht hat es geschneit und gestürmt. Bei uns in Lager 2 sind dabei zwar "nur" 25 cm zusammengekommen, oben in Lager 3 sind die Verwehungen aber gegen einen Meter hoch, und eine gewisse Lawinengefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Heute wird es also weder Arbeiten an den Fixseilen noch irgendwelche Lastentransporte geben.

So ein hartnäckiges Schlechtwetter hatten wir hier eigentlich nicht erwartet. Mal drei oder vier Tage schlecht und dazu den üblichen Himalaya-Tagesgang (wie wir ihn am Anfang ja auch deutlich gehabt hatten) hätte Sinn gemacht, aber jetzt ist es schon eine ganze Woche schlecht. Einschließlich heute haben wir noch sechs Tage Reserve - dann müsste die Besteigung selbst aber wie am Schnürchen klappen, und wir würden mit all dem Hausrat aus Lager 2 bis 5 am Abend des 7. Juni im Basislager eintreffen, dem Abend, für den die Träger bestellt sind.

Samstag, 28.05.

Lager 2 - Lager 3

Gestern Abend konnten wir zwischen den Nebelfetzen endlich mal wieder Teile unserer Umgebung erkennen. Heute morgen ist es kalt (-18°), aber wolkenlos.

Wir verlassen Lager 2 gegen halb zehn. Der Einstiegshang ins kleine Seitental ist 45° steil, aber mit gutem Schnee problemlos. Der flachere Teil des Tals ist in der Hitze sehr ermüdend; im Talschluss geht es mit einem Fixseil kurz zur Sache. Hat man dort die Gletscherterrasse erreicht, dann führt der Weiterweg wieder flach und nicht-enden-wollend in das verborgene Hochtal hinein, das man von unten über den senkrechten Felswänden nur ahnen konnte. Hier kommen auch unsere Helme zum Einsatz, da von den nahen Wänden doch der eine oder andere Stein kommen könnte.

Lager 3 liegt auf 6140 m in der Mitte dieses Hochtals, unter den Felsbastionen der Vorgipfel des Abi Gamin. Die Felsabbrüche des Abi Gamin versperren auch den Weiterweg zum Gletscherplateau des Meade's Col.

Martin hat heute zusammen mit den beiden Sherpas die Fixseile bis zum Ende des Felsriegels installiert. Wenn das Wetter mitspielt, dürfte damit der Weg zum Gipfel "frei" sein. So frei der Weg auf einen hohen 7000er eben sein kann.

Die anderen gehen nochmals runter zu Lager 2, um dann morgen oder übermorgen mit einer weiteren Last wieder aufzusteigen - überschüssige Energie?

Die Engstelle im kleinen Tal
Die Engstelle im kleinen Tal

Lager 3 (6140 m), Blick zum Kamet
Lager 3 (6140 m), Blick zum Kamet
Deoban und P. 6977
Deoban und P. 6977

Sonntag, 29.05.

Ruhetag in Lager 3

Ruhetag. Den habe ich auch nötig, gestern habe ich 6 1/2 Stunden für die 600 Höhenmeter gebraucht und war am Ende reichlich fertig. Besonders der Husten hat sich sehr störend ausgewirkt, und mit der Verdauung stimmt irgendwas auch nicht.

Heute im Lauf des Tages wird unser Sherpa Urgen von Lager 2 hochkommen mit seiner Ausrüstung, unserem Seil und den restlichen Gaskartuschen. Da er schon gestern einiges hochgetragen hatte - insbesondere das Zelt, in dem wir hier übernachtet haben - ist dann alles parat, um morgen zu dritt zu Lager 4 weiter zu gehen. Das Wetter ist morgens wolkenlos, dann kommen bald Cirrus-, später Quellwolken.

Montag, 30.05.

Ruhetag in Lager 3

Das Wetter scheint unsere Pläne nicht gutzuheißen. Ganz eindeutiges Schlechtwetter am Morgen: Null Sicht, Schneefall. Langsam wird es immer fraglicher, ob es überhaupt auch nur ein Teil der Gruppe bis zum Gipfel schaffen kann. Rein rechnerisch können wir uns zwar noch vier Schlechtwettertage leisten; aber wenn das Wetter bei seinem Viertagesrhythmus (2 gut, 2 schlecht) bleibt, hieße das möglicherweise zwei Tage Schlechtwetter in Lager 5 auf 7000 m auszuharren. Wer danach noch die Energie für den Gipfelgang hat, der würde es wahrscheinlich auch ohne fünftes Lager schaffen. Auch haben wir nicht genug Proviant, um ewig in Lager 3 zu sitzen. Das ist vielleicht der Nachteil, wenn man nur einmal von Lager 2 nach 3 hochgeht, dann könnte es etwas Diät geben.

Dienstag, 31.05.

Hartmut: Lager 3 - Lager 2
Claudia: Ruhetag in Lager 3

Die dritte Nacht in Folge geht es mir eher schlechter als besser hier in Lager 3. Eigenartige Atemschwierigkeiten, das wird doch wohl kein Lungenödem werden? Dass mit meiner Akklimatisation irgendwas nicht wie gewünscht abläuft, zeigt sich ja auch daran, dass mir alle Anstiege ungewöhnlich mühsam erschienen waren und ich teils deutlich mehr Zeit dafür gebraucht habe als Claudia. Weiter oben wird's nur noch anstrengender. Erstens ist der Gipfel nicht das Risiko wert, dass daraus irgendwas Ernstes wird (besonders hier, weit weg von jeder Rettungsmöglichkeit), und zweitens sollte es ja auch noch Spaß machen*.

Ich entscheide mich also, nach Lager 2 abzusteigen und mich dort zu erholen, während die anderen in den verbleibenden sieben Tagen (bis Rückkehr L2) den Gipfel angehen wollen.

Das Wetter heute morgen ist prächtig, aber es hat gestern soviel geschneit und gestürmt, dass man die Setzung der Schneedecke abwarten muss, bevor man zu Lager 4 weitergehen kann. Auch der Abstieg von L3 zu L2 gestaltet sich interessant: Von irgendwelchen Spuren von vorgestern ist nichts mehr zu sehen, ich arbeite mich durch wadentiefen Schnee nach unten. Vom Tal her kommt Schlechtwetter herauf und macht das kleine schuttbedeckte Tal zu einem interessanten Orientierungsspielchen. Besonders da man den Ausgang, den 45°-Schneehang, möglichst finden sollte. In Lager 2 erwartet mich schon unser Koch Saroj, den heute seine beiden Gäste Neil und Rock Richtung Lager 3 verlassen haben.

* auch wenn man das besonders beim Höhenbergsteigen als Außenstehender nicht auf den ersten Blick erkennt

Mittwoch, 01.06.

Hartmut: Ruhetag in Lager 2

Wunderbares Wetter, aber kalt. Sobald hier in Lager 2 die Sonne kommt, werde ich mich daran machen, das Zelt zu versetzen. Mittlerweile ist der Boden schräg eingetaut, man rutscht immer von der Isomatte. Leider haben wir keine Schaufel hier, aber wenigstens einen Kochtopf.

Nachmittags schneit es, aber bei Sonnenuntergang reißen die Wolken wieder auf.

In Lager 2; Lager 3 liegt im Hochtal hinter den ersten Felszacken
In Lager 2; Lager 3 liegt im Hochtal hinter den ersten Felszacken
Claudia: Lager 3 - Lager 4

Das Gipfelteam startet um 10 Uhr in Lager 3 und erreicht Lager 4 auf 6600 m viereinhalb Stunden später. Die Fixseile bieten eine geschickte und interessante Routenführung durch die so unnahbar aussehende Wand. Die technischen Schwierigkeiten sollten damit überwunden sein.

Mit der gesamten Ausrüstung und Essen und Gas für den Gipfelgang ist der Rucksack bei allen mächtig schwer und das Fixseil-Turnen recht anstrengend. Beim einzigen Versuch, an den Fixseilen zu filmen, zerreisst Claudias Daunenjacke an einem scharfen Felsen. Alles ist voller weißer Federn.

In der steilen Querung
In der steilen Querung

Donnerstag, 02.06.

Hartmut: Ruhetag in Lager 2

Wieder wolkenlos. Ob das endlich das stabile Wetter ist, das wir so dringend brauchen? Es würde ja keinen Tag zu früh kommen.

Im Lager 2 sind heute morgen Spuren zu sehen, Saroj meint, es sei ein Schneefuchs. Es treibt sich also außer uns noch jemand auf 5500 m herum. Rock baut mit Govind Lager 3 ab und kommt nach Lager 2 runter. Hoffentlich bringt er einige Gaskartuschen mit, denn in Lager 2 geht das Kerosin zur Neige.

Am Nachmittag erscheint auch James in Lager 2, er ist von Lager 4 aus abgestiegen und entsprechend fertig.

Claudia: Lager 4 - Lager 5
Lager 4 (6600 m)
Lager 4 (6600 m)

Am Morgen muss in der Kälte zuerst das Zelt abgebaut werden, in dem Claudia mit James und Mike die Nacht verbracht haben. Für James war die Nacht recht ungemütlich, da er seine Isomatte zur Gewichtsersparnis vor den Fixseilen zurückgelassen hatte. Mike dagegen hat es schön warm, da er seit einigen Tagen einen unserer Basislager-Schlafsäcke nutzt.

Der Eindruck leichten Geländes täuscht, und das Deponieren der Steigklemmen in Lager 4 war doch keine gute Idee. So kostet eine 70 m hohe Schnee-/Eisstufe einiges an Zeit und Aufwand. Danach ist es zwar wirklich einfach, dafür aber wird der Pulverschnee immer tiefer und das Spuren mühsam. Sieben Stunden bis Lager 5 auf 7080 m, unmittelbar unter dem Meade's Col.

Fr. 03.06.

Hartmut: Ruhetag in Lager 2

Schönes Wetter, ein paar Wolkenfetzen am Deoban; im Lauf des Tages bilden sich aber Quellwolken.

Um zehn Uhr hat das Gipfelteam eine Höhe von 7350 m erreicht, wie wir per Funk erfahren. Um zwölf sind sie noch ca. 300 Höhenmeter vom Gipfel entfernt, haben also in den zwei Stunden nur gut hundert Höhenmeter geschafft.

Claudia: Lager 5 - Gipfelversuch

In der Nacht hat immer wieder kräftiger Wind am Zelt gerüttelt, aber am Morgen ist er abgeflaut. Es ist wolkenlos und etwa -20° kalt. Schon um 5.30 Uhr kommt die Sonne, und die Vorbereitungen zum Gipfelgang beginnen, insbesondere das Schmelzen von Wasser. Zwischen den Sherpas und Martin wird die Routenwahl diskutiert.

Aufbruch von Lager 5 um kurz vor sieben auf der Normalroute in Richtung Gipfel. Die Sherpas favorisieren die Gratroute, doch man bleibt des einfacheren Geländes wegen links in der Flanke. Dort wird das Vorwärtskommen jedoch immer schwieriger, denn der Schnee der vorangegangenen Schlechtwettertage hat sich in dem Windschattenhang gesammelt. Wo die Flanke sich schließlich zum Gipfel aufsteilt, ist der Schnee mehr als hüfthoch, und aus Spuren wird erschöpfendes Gewühle. Es geht immer langsamer voran, und im schneidenden Wind ist es trotz Sonne bitter kalt. Insbesondere die Füße, die im tiefen Schnee stecken, leiden. 80 Meter unterhalb des Gipfels geht schließlich nichts mehr: Alle sind erschöpft, die Flanke ist steil (50°), und in dieser Tretmühle würde es noch mindestens zwei Stunden Schwerstarbeit kosten, den Gipfel - vielleicht - zu erreichen.

Abbruch, Rückkehr zum Lager. Um 18 Uhr sind alle wieder gut zurück. Möglicherweise hätte der Grat bei diesen Verhältnissen ein besseres Vorwärtskommen ermöglicht; normalerweise ist der Grat aber windverblasen und vereist, was zeitaufwendige Sicherung erfordert.


Im tiefen Schnee auf dem Weg zum Gipfel
Im tiefen Schnee auf dem Weg zum Gipfel
Am höchsten Punkt: Fernsicht nach Tibet
Am höchsten Punkt: Fernsicht nach Tibet

Samstag, 04.06.

Hartmut: Lager 2 - Lager 3 - Lager 2

Was für ein Geburtstag ! (Heute ist mein 40.) Morgens um acht kommt per Funk die Nachricht, dass zumindest zwei oder drei in Lager 5 Erfrierungen an Händen und/oder Füßen abbekommen haben. Außerdem braucht man Unterstützung beim Tragen, denn die Fixseile müssen wieder abgebaut werden.

Von Lager 2 aus macht sich Hochträger Govind mit Verbandsmaterial, später James und ich mit leerem Rucksack, auf den Weg nach Lager 3. Unten ist es ein sonniger, gnadenlos heißer Tag. Wir kommen in der Hitze kaum vorwärts, überall um uns herum heute Steinschlag und Lawinen. Am Gletscher im kleinen Tal (beim ersten Fixseil) fliegen tischgroße Steine im Dreiminutentakt unter gewaltigem Getöse in den Talboden vor uns. Da würde dann auch kein Helm mehr helfen...

Lawine am Mana Peak
Lawine am Mana Peak

Gegen halb fünf endlich ist der mühsame Aufstieg geschafft: Wir treffen die anderen nahe Lager 3, übernehmen Gepäck zum Runtertragen und sind schließlich alle um halb sieben zusammen in Lager 2.

Eine erste Bestandsaufnahme zeigt, dass es neben einigen mit leichteren Erfrierungen der Finger besonders Steve und Tom ernster erwischt hat. Mehr als die Finger steril verbinden kann man jetzt in der Kälte des Lagers aber sowieso nicht tun.

Claudia: Lager 5 - Lager 2

Spätestens am Samstagmorgen erübrigt es sich, über erneute Versuche oder Gipfelalternativen nachzudenken. Mindestens drei Mitglieder haben Erfrierungen an Händen und Füßen (die man gestern abend noch nicht sehen konnte), einer vermutlich ein Lungenödem. Die Devise kann also nur schnellstmöglicher Abstieg lauten.

Nach dem Zusammenpacken des Lagers beginnt ein langer Abstieg, der - erschöpft wie alle von gestern sind - viel Zeit in Anspruch nimmt. Nach 4 1/2 Stunden ist Lager 3 erreicht, von wo ab dann fast nur noch leichtes Gelände zu begehen ist. Nach der gestrigen Anstrengung will weder Wasser noch Nahrung im Magen bleiben, so ist Claudia froh dass sie kurz unterhalb Lager 3 ihren Rucksack übergeben kann.

Im Abstieg nach Lager 4
Im Abstieg nach Lager 4

Gleich ist Lager 2 erreicht
Gleich ist Lager 2 erreicht

Sonntag, 05.06.

Lager 2 - Basislager

Nach dem langen Abstieg über 1500 Höhenmeter gestern ist heute ein Ruhetag vorgesehen, bevor wir den langen Weg ins Basislager bewältigen können. Nur die Sherpas bringen eine erste Fuhre ins Basislager und kommen morgen wieder hoch für eine zweite Ladung. So kann einigermaßen sichergestellt werden, dass morgen Lager 2 vollständig aufgelöst ist und alles im Basislager ankommt.

Bei Tage besehen, machen Steves und Toms erfrorene Zehen und Finger keinen schönen Eindruck. Solange sich keine Komplikationen einstellen und die beiden problemlos gehen können, sollten sie schnellstmöglich ins Basislager. So macht sich mittags eine Fünfergruppe (Steve, Tom und zur Begleitung Mike, Claudia und ich) auf den langen Weg talauswärts. Wieder ist es unerträglich heiß, der Schnee ist weich und die Spur schlecht. Wir kommen anfangs kaum vorwärts und zweifeln schon, das Basislager heute noch zu erreichen. Für alle Fälle haben wir allerdings auch Zelte und Schlafsäcke für eine eventuelle Übernachtung unterwegs eingepackt. Zum Glück wird es nach zwei Stunden etwas kühler und der Schnee fester. Kurz nach sieben sind wir im Basislager. Die erfrorenen Füße haben den 14 km-Gewaltmarsch ohne Verschlimmerung überstanden.

Montag, 06.06.

Ruhetag im Basislager

Die ganze Nacht war es bewölkt und hat etwas geschneit, aber liegengeblieben ist nichts. Schon morgens über null Grad. Die Moränenlandschaft hat sich in den letzten zwei Wochen stark verändert: Sand und Steine herrschen vor, nur die größten Schneefelder sind übriggeblieben. Auch hat sich unser Zeltplatz offensichtlich etwas in Richtung See bewegt, denn unser Zelt hat einen Riss, der wohl nur durch die Bewegung entstanden sein kann.

Ein Zelt, das auf Sand steht und nicht auf Schnee wie in Lager 2 bietet schon ein ganz anderes Wohngefühl. Die anderen - Martin, John, James, Neil und Rock - sind heute morgen um sechs in Lager 2 los und kommen nach und nach im Lauf des Tages an.

Naveen erzählt uns, seit 35 Jahren habe es keine so starken Schneefälle um diese Jahreszeit gegeben. Natürlich ausgerechnet, wenn wir hier unterwegs sind.

Naveen
Naveen

Dienstag, 07.06.

Ruhetag im Basislager

Schlechtwetter, Schneefall. Wenn das Wetter schön gewesen wäre, hätte man vielleicht ein wenig die Umgebung des Basislagers erkunden können und schauen, ob man von etwas weiter oben einen ordentlichen Blick auf den Kamet erhaschen kann. So aber wird nichts draus, Abgesehen davon müssen wir sowieso packen, heute abend sollen die Träger kommen. Sofern sie über den Dhauli Ganga herüberkommen, denn da gibt es ja noch die Unsicherheit mit unserer Brücke.

Mittwoch, 08.06.

Basislager - Niti

Wenigstens zum Abschied vom Basislager gibt es gutes Wetter. Zwölf Träger waren gestern abend noch gekommen, heute morgen kommen etliche Mulis dazu.

Basislager
Basislager
Der See Vasudhara Tal
Der See Vasudhara Tal
Interessante Berge warten auf ambitionierte Bergsteiger
Interessante Berge warten auf ambitionierte Bergsteiger
Die ersten Blumen
Die ersten Blumen

Nach drei Stunden Abstieg durch Schutt und Geröll mit sowas Ähnlichem wie einem Weg kommen wir an unsere Brücke, die erstaunlicherweise noch genauso dasteht wie vor knapp vier Wochen. So sind wir schnell am anderen Ufer und endlich wieder auf einem ordentlichen Weg. Im Hochtal treffen wir eine französisch-israelische Gruppe auf dem Weg ins Basislager, die den Kamet besteigen will. Sie kaufen Martin unsere Restbestände an Gaskartuschen ab, da sie selbst keine dabei haben.* Für einen Berg wie den Kamet scheint die Gruppe aber auch in puncto Hochträger und Fixseile recht übersichtlich ausgerüstet zu sein. Selbst bei den Schuhen möchte eine Teilnehmerin ihre Ausrüstung komplettieren und Claudias Schuhe kaufen, was ihr aber erst später einfällt, so dass der Deal nicht zustande kommt.

Die über sechs Kilometer lange Niti-Schlucht nimmt kein Ende, und die vielen Gegensteigungen sind sehr lästig. Sieben Stunden nach dem Aufbruch kommen wir nach Niti, das nun bewohnt ist. Man bestellt die Felder und hält Ziegen und Schafe auf den Weiden, und auf dem Dorfplatz ist Cricket angesagt. Überhaupt ist alles deutlich grüner geworden.

Nachdem zwei Stunden später auch die Mulis da sind und die Küche installiert ist, gibt es Daal Baht. Hoffentlich zum letzten Mal, morgen abend wollen wir in Joshimath sein.

Irgendwoher taucht eine Flasche "local wine" auf. Ist aber eher hochprozentig, die Zutaten entziehen sich einer genaueren Beurteilung. Spätestens nach dem zweiten Glas sowieso.

*In Delhi gibt es tatsächlich keine Butan/Propan-Schraubkartuschen zu kaufen.

In der Niti-Schlucht
In der Niti-Schlucht

Donnerstag, 09.06.

Niti - Gamsali - Bampa [- Joshimath]

Eine gute Stunde wandern wir von Niti nach Gamsali, wo wir von der Border Police freundlich mit Tee empfangen werden und eine erste Gelegenheit haben, uns zu Hause telefonisch zu melden. Wir versuchen die Fahrzeuge einen Tag früher zu bekommen (geplant war morgen) und gehen weiter nach Bampa, um dort zu warten. Auch Bampa ist jetzt voller Leben, besonders da momentan dort ein religiöses Fest stattfindet.

Es findet sich sogar ein Laden, in dem man zumindest Kekse, Kartoffelchips, Nüsse und Tomaten kaufen kann. Der Ort zeigt einen gewissen Wohlstand, denn wer hat schon so am Ende der Welt eine solarbetriebene elektrische Straßenbeleuchtung?

Das Warten zieht sich so lange, dass die Küche - endlich mal wieder - Daal Baht auftischt. Nach vier Stunden Warterei können wir einen leer talauswärts fahrenden Bus anhalten. Für 1000 Rupien* nimmt er uns nach Joshimath mit. Der Fahrer scheint sehr an einem möglichst baldigen Feierabend interessiert zu sein, so lässt sein Fahrstil schließen. Beruhigend, dass die Bremsen gut zu sein scheinen und er im Wesentlichen alles unter Kontrolle zu haben scheint. Die Straße ist häufig nicht breiter als der Bus, und ob es daneben 50 oder 300 Meter senkrecht in den Fluss runtergeht, würde am Ergebnis eines gröberen Fahrfehlers nichts ändern. Dreieinhalb Stunden für die etwa 60 km bis Joshimath.

* ca. 20 Euro

Gruppenbild in Niti
Gruppenbild in Niti
Die Mulis kommen in Bampa an
Die Mulis kommen in Bampa an

Freitag, 10.06.

Joshimath

Ruhetag in Joshimath. Wir hätten heute die Option gehabt, nach Badrinath zu fahren, einem der wichtigsten Pilgerorte der Hindus, denn dort ist eine der beiden "offiziellen" Quellen des Ganges (des Alaknanda; die andere ist Kedarnath, die Quelle des Bhagirati).

Da man für die 62 km für Hin- und Rückfahrt je drei Stunden im Bus sitzen würde und wir vom Busfahren erst mal genug haben, verbringen wir den Tag lieber in Ruhe in Joshimath. Das Wetter ist auch nicht so toll, dass sich der Ausflug wegen der Landschaft lohnen würde.

Überraschung beim Abendessen: Die Kameraden präsentieren einen verspäteten Geburtstagskuchen. Er ist sehr bunt verziert, recht süß und ansonsten relativ unidentifizierbar. Was der örtliche Konditor eben unter Süßwaren versteht. Von Tom und Steve erhalte ich noch eine Riesenkricketkugel gefüllt mit Brandy ("Sikkim Fireball") als Dank für die Zehen- und Fingerbetreuung.

Samstag, 11.06.

Fahrt Joshimath - Haridwar

Die Rückfahrt von Joshimath nach Haridwar - 280 km - dauert auf der kurvigen Bergstraße insgesamt 13 Stunden. Was wir auf der Hinfahrt kaum bemerkt haben oder jetzt auch anders beurteilen: Die Straße wird umso besser, je weiter wir nach unten kommen, und die Foothills sind deutlich weniger schroff als die wilde Gegend zwischen Bampa und Joshimath. Allerdings wird das Vorwärtskommen durch den starken Gegenverkehr erschwert. Hunderte Pilgerautos und -busse sind auf dem Weg nach Badrinath und Kedarnath. Die Hartgesottenen aber legen den ganzen Weg zu Fuß zurück, und es gibt sogar Einzelne, die die Strecke mit fortwährenden Niederwerfungen zurücklegen.

In Haridwar (einer der sieben heiligen Städten der Hindus) gibt es durch die Pilger einen kräftigen Stau, der uns über eine halbe Stunde aufhält. Nach der Ankunft begutachten und verbinden wir zuerst eine halbe Stunde Finger und Zehen, da sich zwischenzeitlich bei vier Teilnehmern mehr oder minder starke Blasen und schwarze Kuppen gebildet haben, die hier in der Wärme besonders sorgfältig saubergehalten werden müssen. Im Hotel Alaknanda finden wir ein Restaurant, das - natürlich vegetarisch - die Standardpalette an Gerichten in rekordverdächtiger Langsamkeit (2 Stunden) und Menge (10 Pommes Frites pro Person) auftischt. Abends um neun Uhr messen wir draußen noch eine Lufttemperatur von 34°C.

Sonntag, 12.06.

Fahrt Haridwar - Delhi

Morgens ist es ein wenig kühler als abends, aber immer noch ziemlich heiß. Das Hotel hat aber eine sehr gute Lage direkt am Fluss; der Ganges verschafft etwas Kühlung, er fließt aber sehr schnell und ist zum Schwimmen kaum geeignet. Wir müssen sowieso früh los: Abfahrt um sechs Uhr.

Frühstückspause auf halber Strecke bei einem größeren indischen Schnellimbiss - endlich mal kein Daal, sondern Käsesandwich und Eis; für die 200 Kilometer bis Delhi brauchen wir sechs Stunden auf der Landstraße, denn ständig zwingen langsame Fahrzeuge zum Abbremsen: Rikschas, Fahrräder, Ochsenkarren. Allgemein ist der indische Straßenverkehr sehr gewöhnungsbedürftig. Jeder schaut auf sein eigenes Vorwärtskommen, Rücksicht auf andere findet allenfalls zur Vermeidung von Kollisionen statt. Das geht erfreulicherweise fast immer gut, trotzdem sind indische Straßen vergleichsweise gefährlich.

Rotes Fort, Delhi
Rotes Fort, Delhi

In Delhi werden noch einige Kleinigkeiten erledigt, für größere Aktivitäten ist es aber mit 38°C deutlich zu warm.
Am Flughafen sind wir abends zwei Stunden vor Abflug, aber die normalweise reichliche Zeit wird schnell aufgefressen von einer Übergepäckdiskussion mit Air France, einer halben Stunde Wartezeit bei der Passkontrolle (für eine Schlange von 15 Leuten vor uns!), dem Ausziehen der Bergschuhe bei der Sicherheitskontrolle und abstrusen Sicherheits-Einwänden wegen Batterien im Handgepäck (woraufhin uns das Handgepäck vorläufig entzogen wird). Wir erreichen den Flug daher als Letzte. Am Montagmorgen kommen wir im Wesentlichen pünktlich in Frankfurt an; das Handgepäck erhalten wir am Dienstag geliefert, während wir schon wieder den ersten Tag im Büro verbringen.


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Hartmut Bielefeldt
Sonnhalde 8
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© 2005 Hartmut Bielefeldt
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Letzte Änderung am Sonntag, 11. September 2005 durch Hartmut Bielefeldt