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Ladakh 2015
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Ladakh 2015: Tsokar - Tsomoriri / Gyama Peaks
praktische Hinweise

Auf dieser Seite geben wir praktische Informationen zu unserer Trekkingtour in Ladakh 2015. Allgemeine Themen, die bereits in den Informationen zu Ladakh 2014 beschrieben sind, werden nicht nochmal wiederholt.

Changthang - "Klein-Tibet"

Geographie

Die Provinz Ladakh kann man geographisch in vier Zonen unterteilen:

  • Zanskar (im Westen)
  • Berge nördlich des Nubra Valley (im Norden)
  • Zentral-Ladakh
  • Changthang (im Osten)

Zanskar ist von einer rauen, schluchtartigen Topographie geprägt. Ähnlich schroff und unzugänglich (dabei aber höher) sind die Berge in dem kleinen Teil des Karakorum, der zu Indien gehört. Die Flüsse Shyok und Nubra bilden die Grenze zwischen Himalaya und Karakorum. In Zentral-Ladakh gibt es breite Täler, aber auch eindrucksvolle Schluchten. Die höheren Berge sind leichter zugänglich als in Zanskar. Es gibt einige recht einfache Gipfel, aber auch anspruchsvollere Berge z. B. in der Kang Yatze-Gruppe. In dieser Gegend waren wir letztes Jahr. Der Osten Ladakhs ist dagegen von einer weitläufigen Hügellandschaft geprägt, dem Changthang. Der größte Teil des Changthangs liegt allerdings weiter im Osten in Tibet. Bereits die Täler liegen im Changthang auf 4500 m Höhe, die Berge erreichen häufig 6000 m (Lungser Kangri und Chamser Kangri 6600 m). Die Landschaft ist eine Hochgebirgssteppe mit sehr geringem Niederschlag. Wo es Wasser gibt (Abflüsse von Gletschern), ist etwas Vegetation zu finden; Gräser und Blumen wachsen in geschützten Lagen bis 5800 m Höhe. Allgemein ist es im Changthang windiger als weiter westlich.

Die Berge sind häufig recht leicht zu besteigen, selbst auf diverse 6000er ist nur Gehgelände zu absolvieren. Viele Südseiten sind bis über 6000 Meter unvergletschert.

Unser Trekking 2015 führte uns durch einen großen Teil des Ladakhischen Changthang.
Für den Besuch des indischen Changthang braucht man ein Inner Line Permit, das in unserem Fall die Trekkingagentur besorgt hat. Die Randgebiete nahe der Grenzlinie zu China sind touristisch nicht zugänglich. Das indische und ladakhische Militär unterhalten dort viele Militärbasen zur Sicherung der Grenze; schätzungsweise die Hälfte des Verkehrsaufkommen auf den Straßen dort hat militärischen Hintergrund.

Wetter

Das Wetter war im Sommer 2015 in Ladakh allgemein schlechter als 2014. Der Juni war verregnet (was sehr ungewöhnlich ist), und Anfang August gab es lokal heftige Unwetter. Bei Überschwemmungen kamen einige Leute ums Leben, und viele Straßen und Wege wurden verschüttet. Bei unserer Ankunft Mitte August waren die gröbsten Schäden wieder repariert und die Straßen überall befahrbar, doch allgemein waren die Temperaturen deutlich niedriger als ein Jahr zuvor.

Tagsüber lagen die Temperaturen typischerweise bei +10 Grad (sogar am Yalung Nong auf 5900 Metern). Abends kühlte es jedoch sehr schnell ab: Beim Abendessen fühlten sich die 4 bis 5 Grad sehr frisch an, so dass wir immer mit der "Abendgarderobe" zum Essen gegangen sind: Daunenjacke, lange Unterhose. Morgens war es meist leicht frostig: Im Basislager -4 bis -5 Grad, im ABC sogar bis -11 Grad. Das Wetter war während des Trekkings trocken und meist sonnig, teils mit Quellwolken.

Höhenangaben

Für alle von uns besuchten Orte verwende ich meine eigenen GPS-Messdaten (Garmin etrex 30). Die angezeigte Positionsgenauigkeit betrug normalerweise 3 Meter; ich gehe von einer Höhengenauigkeit von besser als 10 Meter aus.

Trekking mit Kind

Nina ist jetzt 6 Jahre alt. Bei der Tour im letzten Jahr hatten wir keinerlei Probleme: weder die Reisestrapazen an sich, noch die Gewöhnung an fremde Leute, das Reiten oder die große Höhe haben ihr Probleme gemacht. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass gute Höhenanpassung immer wieder auftritt. Bei verschiedenen Reisen kann man sich mal besser, mal schlechter akklimatisieren (wie wir auch aus eigener Erfahrung wissen). Auch dieses Jahr hat Nina am wenigsten von uns allen Probleme mit der Höhe gehabt. Die tiefen Temperaturen in den ganz hoch gelegenen Lagern haben ihr allerdings etwas zugesetzt, weil ihr Schlafsack nur für ein paar Grad Minus ausgelegt war. So ging es mit vier oder fünf Hosen ins Bett und Papas dicken Handschuhen an den Füßen, dann war es warm genug.

Sobald irgendwo ein Gewässer fließt, kann Nina sich lange Zeit mit dem Bau von Brücken oder Staudämmen beschäftigen. Das war ihr sogar im ABC auf 5500 m im morgens noch zugefrorenen Bach nicht zu kalt.
Insgesamt war diese Reise natürlich kein eigentlicher "Familienurlaub". Der grobe Verlauf und die alpinistischen Ziele wurden von uns Erwachsenen vorgegeben. Aber wir konnten die Randbedingungen so anpassen, dass auch ein sechsjähriges Kind weder überfordert, noch allzu gelangweilt war. Das Reitpferd für die Trekkingetappen war dabei natürlich eine wesentliche Komponente.

Agentur in Ladakh

Diese Reise haben wir - wie auch die Ladakh-Tour 2014 - bei Gesar Travel gebucht, und zwar als individuell zusammengestelltes Komplettpaket ab und bis internationaler Flug Delhi. Wir konnten wieder unseren Guide vom letzten Jahr, Rigzin Tsewang (hier seine Facebook-Seite), als Führer bekommen. Wiederum war alles perfekt, wir konnten bergsteigerisch unsere Ziele erreichen und haben eine faszinierende Landschaft erlebt. Die Begleitmannschaft hat sich sehr für unser Wohlergehen engagiert. Auch Änderungen am Plan waren unterwegs noch möglich.

Rigzin hat seit letztem Jahr einiges an Deutsch gelernt, um sich auch mit Besuchern wie Nina besser verständigen zu können. Für uns Erwachsene war er ein sehr kompetenter Gesprächspartner, der uns in diversen abendlichen Diskussionen die aktuelle Situation Ladakhs nahe bringen konnte. Wir haben fleißig Reiseerfahrungen aus den unterschiedlichsten Gegenden ausgetauscht. Neben seiner bergsteigerischen und organisatorischen Kompetenz bewundern wir besonders seine Weitsicht in Umweltthemen.

Routen- und Ortsbeschreibungen

Ortsbezeichnungen

La = Pass, Tso = See, Ri = Berg, Kar = weiß, Sumdo = Zusammenfluss

Pangong Tso

Der Pangong Tso ist ein 130 km langer und bis zu 8 km breiter Salzsee auf 4250 m Höhe. Der See hat also etwa die Ausmaße des Bodensees, es gibt aber nahezu keine Vegetation. Für Touristen ist von Indien aus nur das Westufer zugänglich; am Ostufer liegen diverse Militärposten. Der größere Teil des Sees liegt auf chinesischem Gebiet. Es gibt nur eine Handvoll kleiner Siedlungen an seinem Ufer, die hauptsächlich Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen anbieten.

Der Pangong Tso ist in Indien durch den Film "3 Idiots" bekannt geworden, die Schlussszene spielt am Ufer des Sees. Dadurch ist ein enormer Andrang indischer Touristen zum Pangong Tso und nach Ladakh allgemein angestoßen worden. Vielen Besuchern fehlt es leider an Umweltbewusstsein, was der empfindlichen Hochgebirgslandschaft nicht sehr zuträglich ist.

Anfahrt über den Chang La

Von Leh gelangt man über den Chang La (5370 m) nach Tangtse und weiter über den unauffälligen Yaktil La (4300 m) an den Pangong Tso. Der Chang La wird als dritthöchster befahrbarer Pass der Welt bezeichnet; nach meiner GPS-Messung ist er aber 20 Meter höher als der Taglang La und damit nach dem Khardung La der zweithöchste Pass. Abgesehen davon dürfte es in Tibet einige noch höhere Straßenpässe geben, die aber nicht allgemein zugänglich sind.
Die Passstraße beginnt in Karu (3330 m, 38 km von Leh). Bis zum Pass sind es 42 km, auf der anderen Seite geht es 31 km an den Tangtse-Fluss (3900 m). Von dort zum Ufer des Pangong Tso sind es weitere 42 Kilometer. Die Straße ist zwar meist geteert, auf vielen kurzen Strecken fehlt aber der Belag wegen Erosionsschäden. Der Chang La bleibt auch im Winter offen, um die Versorgung der Militärlager an der chinesischen Grenze sicherzustellen.

Pangong Kangri Chogota (4660 m)

Wegen der Grenznähe des Pangong Tso sind die hohen Berge der Pangong Range für ausländische Bergsteiger nicht zugänglich (es werden keine Expeditionsgenehmigungen ausgestellt). Neben den hohen Bergen ist die einzige Erhebung, die einen gewissen Berg-Charakter hat, der kleine Pangong Kangri Chogota oberhalb von Man. Dieser Hügel hat zwei gleich hohe Gipfel (4660 m), die etwa anderthalb Kilometer auseinanderliegen. Auf beiden befinden sich Steinmänner. Die Aussicht auf den See und die Pangong Range auf der anderen Seite ist sehr eindrucksvoll.

Trekking Tsokar-Tsomoriri

Der Trek vom Tsokar zum Tsomoriri beginnt normalerweise in Rumtse (4230 m) am Manali-Leh-Highway. Die erste Etappe führt nach Kyamar (4550 m), die zweite Etappe über zwei Pässe (5080 m, 5210 m) nach Tisaling (4950 m). Am dritten Tag erreicht man über einen Pass (5230 m) den Tsokar (4600 m). Der "weiße See" ist ein flacher, abflussloser Salzsee. Im Gegensatz zum Pangong Tso ist das Salz hier deutlich zu sehen und zu schmecken, die Ufer sind großteils weiß von Salzablagerungen. Der Tsokar hat fast keine Zuflüsse, daher dominiert die Verdunstung.
Am vierten Tag kommt man nach Nuruchang (4690 m) südlich des Tsokar. Wir haben diese Etappen ausgelassen und den Trek direkt in Nuruchang begonnen, weil unser Schwerpunkt auf den Bergen am Ende des Treks liegt und wir dort fünf Tage im Basislager geplant haben. Unsere Etappen waren daher:

  1. Nuruchang (4690 m) - Horlang Kongka (4965 m) - Rajunkaru (4925 m)
    9.5 km, 355 Höhenmeter Aufstieg, ca. 4 Stunden
    Bei Nuruchang wird der Bach in Richtung Süden überquert, der Weg führt gerade auf den Pass zu. Etwa 2 Stunden bis zu Passhöhe. Auf der anderen Seite geht es allmählich bergab an den Bach (4845 m). Auf der anderen (südlichen) Seite des Bachs steigt der Weg langsam wieder an. Man sieht die Nomadenzelte bald, der Weg zieht sich aber. Rajunkaru ist übrigens von Nuruchang aus auch per Auto auf einem Fahrweg erreichbar, der über den östlicheren Pass führt.
  2. Rajunkaru - Kyamayuri La (5430 m) - Gyamabarma (5200 m)
    11.2 km, 500 Höhenmeter, ca. 5 Stunden
    Der Aufstieg zum Pass Kyamayuri La (4 km, 500 HM) dauert etwa 2 1/2 Stunden. Vom Pass aus schaut man auf eine weitläufige, sehr karge Hügellandschaft. Etwas später kommen einige schneebedeckte Berge in den Hintergrund, die Gyama Peaks. Man folgt dem flachen, breiten Talboden talauswärts, immer den behäbigen Yalung Nong im Blick. Der Lagerplatz Gyamabarma befindet sich dort, wo eine Wegspur beginnt, das Tal nach Süden zum Kostse La zu verlassen. Wir haben den Fluss westlich des Lagerplatzes überschritten und am Südufer campiert. Vom Kyamayuri La bis Gyamabarma ca. 2 Stunden.
  3. Gyamabarma (5200 m) - Kostse La (5400 m) - Basislager (5315 m)
    12.6 km, 385 Höhenmeter, ca. 3 1/2 Stunden
    Vom Lagerplatz aus steigt der Weg nach rechts aufwärts den Hang querend zum Kostse La auf (1.6 km, 1 Stunde). Vom Pass aus kann man die südlichen Gyama Peaks und die nördlichsten der Mentok-Gipfel sehen. Abstieg in das Seitental des Kyama Sharma Chu; der Bach wird etwas oberhalb des Talbodens überquert. Um eine Ecke herum in einen flachen Talboden (Kyama Yogma) auf 5160 m (3.5 km bzw. 1 Stunde vom Pass aus). Quer durch den Talboden und in das Tal hinein, das rechts vom Yalung Nong herauskommt. Wer den normalen Trek macht, geht das sehr langsam ansteigende Tal hinter bis zum Pass Yalung Nyau La (5450 m) und von dort nach Korzok hinunter. Da wir aber den Yalung Nong besteigen möchten, wird unser Basislager möglichst nah an diesem Berg aufgeschlagen (1 1/2 Stunden und 3.6 km von Gyama Yogma zum Basislager). Der grüne, flache Talgrund ist hier ziemlich schmal, man bekommt nur eine Handvoll Zelte gut aufgestellt. Es gibt zwar Wasser, aber für die Pferde zu wenig Gras, so dass diese wieder nach Gyama Yogma hinuntergeschickt werden.
  4. Basislager (5315 m) - ABC (5550 m)
    5.7 km, 235 Höhenmeter, ca. 2 1/2 Stunden
    Eigentlich hatten wir fünf Tage im Basislager vorgesehen, um auch die höheren Gyama Peaks anzugehen. Vom Basislager am Yalung Nong wären die Entfernungen durch das öde, flache Hügelland zu weit für eine Tagestour auf einen dieser Sechstausender. Wir übersiedelten daher an einen noch höher gelegenen Lagerplatz, wo es auch noch Wasser gab. Dieses vorgeschobene Basislager ("advanced base camp", ABC) lag auf 5550 m, knapp 6 Kilometer und 2 1/2 Stunden talaufwärts vom Basislager. Dafür wurden die Pferde von Gyama Yogma geholt, das Lager wurde verlegt, und die Pferde wurden wieder runtergebracht - denn im ABC gab es noch weniger Gras. Wir haben uns gewundert, was die Yaks, die hier grasen, überhaupt zu fressen finden.
    Der kleine Bach im ABC war bis in den späten Vormittag gefroren. Wenn Wind aufkam, war das ABC ein ungemütlicher Ort, und die Höhe ist nicht für einen dauerhaften Aufenthalt geeignet. Alle außer Claudia, mir und unserem Guide Rigzin hatten noch nie auf dieser Höhe übernachtet.
  5. Abstieg ABC (5550 m) - Yalung Nyau La (5450 m) - Korzok (Tsomoriri, 4550 m)
    13.4 km, 0 Höhenmeter, ca. 4 Stunden
    Vom ABC aus querten wir die flachen Schutthänge weglos rechts des Bachs zum Yalung Nyau La, den wir von oben her nach 2.6 km und einer Dreiviertelstunde erreichten. Die Ostseite des Passes ist stellenweise etwas steiler, der Weg führt durch einen engen Talboden, der offenbar teilweise von Murgängen überdeckt war. Bald erreicht man den Talboden, dem man flach 4 Kilometer nach Korzok Sumdo (4636 m) durchquert (8 km und 2 Stunden vom Pass aus). Von hier in den Ort Korzok sind es noch 3 Kilometer (1 Stunde).

Die gesamte Trekkingstrecke ist problemlos mit Turnschuhen machbar. Für die Überquerung von Flüssen und Bächen empfehlen sich Trekkingsandalen, da man barfuß in den steinigen Bachbetten keinen guten Halt hat.

Anfahrt und Rückfahrt

Die Anfahrt verlief zuerst auf dem Manali-Leh-Highway über Rumtse und den Taglang La (5350 m). Im Gegensatz zum dort angeschriebenen Text dürfte der Pass der dritthöchste sein. Die Straße ist meist gut, oft sogar breit genug, dass Gegenverkehr problemlos aneinander vorbeikommt. 27 km nach dem Pass bogen wir von der Hauptstraße nach links auf den Tsokar zu ab. Ans Ufer des Sees sind es weitere zehn Kilometer, und nach Nuruchang nochmals zwölf.

Horlam Kongka Ri (5215 m)

Auf beiden Seiten des (westlichen) Passes Horlam Kongka stehen Hügel, die den Pass um etwa 200 Höhenmeter überragen. Der westliche Hügel, auf der Karte mit 5180 m angegeben, scheint etwas höher zu sein. Man kann beide Berge vom Pass aus ohne Schwierigkeiten in einer Dreiviertelstunde erreichen.
Anmerkung: Auf der Olizane-Landkarte ist der Pass dort eingezeichnet, wo der Fahrweg von Nuruchang nach Rajunkaru entlangführt. Die Trekkingroute verläuft westlich davon; ich bezeichne diesen von uns benutzten Pass als Horlam Kongka.

Gyama Peaks

Diese Berggruppe ist auf der Olizane-Karte nicht bezeichnet, keiner der Gipfel trägt einen Namen, und nur wenige haben eine ungefähre Höhenangabe. Der Schriftzug "Korzog Range" bezeichnet auf der Landkarte sowohl die Mentok-Gipfel wie auch diese Berggruppe. Nach Angabe unseres Guide Rigzin ist für die nördlich des Mentok-Massivs gelegenen Berge die Bezeichnung "Gyama Peaks" gebräuchlich, weil diese oberhalb der Talschaft Gyama liegen. Die Berge sind meist sanft und eher kuppelförmig; von der südlich gelegenen Mentok-Gruppe unterscheiden sie sich aber deutlich: Die Mentok-Gipfel sind allesamt im Gipfelbereich nahezu völlig flach, allerdings mit steilen Wänden nach Osten hin.

Yalung Nong (6080 m / 6063 m)

Der Yalung Nong ist ein Plateaugipfel nordöstlich des Tsomoriri. Er ist von fast überall her leicht zu erreichen; der Anstieg führt durch etwas ermüdende Schotterhalden. Wahrscheinlich ist das der einfachste Sechstausender, den man auf der Welt finden kann. Das Gipfelplateau hat zwei Erhebungen: einen Nordwest-"Gipfel" und einen Südost-"Gipfel". Nach meiner GPS-Messung ist der NW-Gipfel 6063 m, der SE-Gipfel 6080 m hoch. Dazwischen liegt ein flacher Sattel mit 5954 m.

Von unserem Basislager auf 5315 m waren wir etwa 3 1/2 Stunden zum Gipfel unterwegs. Am Sattel sind Schneefelder zu überqueren, die auch tagsüber kaum weich wurden. Allerdings sind sie nicht steil, so dass keine Steigeisen notwendig waren.

Östlich der beiden beschriebenen Gipfel liegt ein nahezu gleich hoher, aber steilerer Berg, dessen Südgrat nach Korzok hinunterzieht. Er ist auf der Karte nicht benannt; man könnte ihn als Yalung Nong Ostgipfel bezeichnen. Er ist aber durch eine 500 m tiefe Scharte von den anderen beiden Gipfeln getrennt.

P. 6100 (Gyama)

Der erste, etwas der Hauptkette vorgelagerte 6000er vom ABC aus lässt sich über den linken Schuttrücken ohne Schwierigkeiten besteigen. Das "Gestein" ist vollkommen loses, grobes Geröll. Der Rücken hat drei steilere Aufschwünge, an denen man vorsichtig hochsteigen muss. Der Gipfel ist geräumig mit einem schönen Rundblick auf die Hauptkette, den Tsomoriri und die Mentok-Gipfel. Die GPS-Messung ergab genau 6100 m.
Der Abstieg durchs Geröll war bei weitem nicht so heikel wie befürchtet. Vom ABC aus waren wir 2 3/4 Stunden bis zum Gipfel unterwegs.

Pyramide (Gyama) (6293 m)

In der Hauptkette am südlichen Ende der Gyama Peaks (nordwestlich der letzten Mentok-Gipfel) stehen drei nahezu gleich hohe Berge. Wir haben uns für den nördlichen dieser drei Gipfel entschieden, der einen schönen Firngrat in unsere Richtung entsendet. Er erinnert von der Form her an eine Pyramide.

Vom ABC aus geht man rechts am P. 6100 vorbei durch flaches, eintöniges Schottergelände direkt auf die Pyramide zu. Von einem flachen Sattel (5870 m, 1 Stunde) steigt man 40 Meter zum Gletscher hinunter. Der spaltenfreie Gletscher wird an den Fuß des Firngrats überquert (5780 m, bis hier 2 Stunden). Der Grat ist etwa 30-35° steil, kurze Stücke etwas steiler. Vom Gratfuß zum Gipfel waren wir 2 1/2 Stunden unterwegs, also 4 1/2 Stunden ab ABC.

Anmerkung zu den GPS-Höhen der Gipfel

Die meisten Gipfel erwiesen sich als höher als auf der Karte angegeben. Die Höhen der Pässe entsprachen dagegen meist besser der Angabe auf der Landkarte:
GPSLandkarte
Pangong Kangri Chogota46604670
Chang La53705300
Taglang La53505300
Horlam Kongka Ri52155180
Kyamayuri La54305430
Kostse La54005380
Yalung Nong N60636080
Yalung Nong S60806050
P. 610061006060*
Pyramide62936230*
Yalung Nyau La54505430
Korzok45504550*
* Höhe aus Openstreetmap (10m-Höhenlinien) abgelesen

Literatur

  • Für Leh und Pangong Tso: "Editions Olizane Ladakh & Zanskar 1:150 000 Centre", ISBN 978-2-88086-413-2
  • Für Tsokar/Tsomoriri: "Editions Olizane Ladakh & Zanskar 1:150 000 Sud", ISBN 978-2-88086-414-9

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Letzte Änderung am Montag, 19. Oktober 2015 durch Hartmut Bielefeldt