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Dieses Dokument im Internet: www.bielefeldt.de/ladakh18d.htm
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Kurzzusammenfassung - Berge
DatumBergHöheSchartenhöhe
04.08.P. 3990 Tirith Phu3990 m80 m
11.08.Kangsalmathug5770 m200 mClaudia, Hartmut, Norbu
11.08.P. 5275 Lasermo La BC5275 m-Marion, Henning, Nina
13.08.P. 5490 Lasermo La5490 m20 mNina, Hartmut (Hügel neben dem Pass)
13.08.P. 5716 Lasermo La5716 m106 mClaudia, Hartmut
20.08.Stok Kangri6140 m850 mClaudia, Marion, Norbu, Hartmut

Ladakh 2018:
1. Trekking durch die Ladakh Range über den Lasermo La
2. Stok Kangri

31. Juli - 24. August 2018

Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt, Henning Stabel, Marion Stieb-Stabel, Nina Bielefeldt
Verfasser dieses Berichts: Hartmut Bielefeldt

Einleitung

Nachdem wir letztes Jahr die Sommerferien in den Alpen verbracht haben und die Tage eher so dahingeplätschert waren, haben wir für dieses Jahr wieder ein "richtiges" Bergprojekt. Zum dritten Mal soll es nach Ladakh gehen, diesmal wollen wir die Ladakh Range auf einem Trek vom Nubra Valley zum Indus-Tal überqueren und dabei die kaum bekannten Gipfel dieser Gegend erkunden. Danach soll es noch auf den Stok Kangri gehen, einen der einfachsten Sechstausender, die man in der Gegend um Leh besteigen kann.

Reisebericht

Dienstag, 31. Juli / Mittwoch, 01. August

Flug Friedrichshafen - Frankfurt - München - Delhi - Leh

Der Hinflug erfolgt von Friedrichshafen über Frankfurt und München nach Delhi mit Lufthansa. Der lange Flug ab München verspätet sich um über eine Stunde: Zuerst gibt es Verwirrung wegen eines grünen Stempels, den jeder auf seinem Flugticket haben muss (aber niemand hat), dann stellt sich heraus, dass das ursprünglich vorgesehene Flugzeug in die Werft musste und kurzfristig ein Airbus A350 einspringen musste. So kommen wir um Mitternacht in Delhi an; die Einreise verläuft eingermaßen zügig.
Der Inlandsflug geht neuerdings von Terminal 2 aus, wohin ein Fußweg führt - die lange und nervige Autofahrt ums Flughafengelände herum ist nicht mehr nötig. Um 2 Uhr ist dort alles erledigt, wir dämmern bis halbs sechs auf zum Schlafen sehr ungeeigneten Stühlen am Gate herum. Ein erstaunlich großes Flugzeug (A320) bringt uns in anderthalb Stunden nach Leh; die Berge unterwegs sind diesmal häufig in Wolken.
In Leh geht es wieder ins Yartsa Guesthouse, wo wir nach einem Frühstück erst mal ein paar Stunden Schlaf nachholen. Abendessen im Restaurant: Mittlerweile wird auch im Penguin das Bier nicht mehr in der Flasche, sondern in einer Thermoskanne (plus Tasse) ausgeschenkt.

Donnerstag, 02. August

Leh

Wie wir kurzfristig erfahren haben, ist der Dalai Lama in Leh und hält dort Vorträge. Zum Vortrag können wir nicht - erstens würden wir nichts verstehen, und zweitens haben wir keine Karten. Wir nutzen aber die Gelegenheit, wenigstens als Schaulustige seine Ankunft mit dem Fahrzeugkonvoi zu verfolgen. Zum Vortragsort hatte uns ein Fahrer gebracht; zurück ins Stadtzentrum gehen wir zu Fuß. Wir hätten zwar auch einen öffentlichen Bus nehmen können, sahen aber keinen, wo wir fünf glaubwürdig noch reingepasst hätten. Am Nachmittag Besprechung mit der Agentur über den Ablauf des Trekkings und unsere Essenswünsche unterwegs.

Guesthouse in Leh
Guesthouse in Leh
Gebetsmühle in Leh
Gebetsmühle in Leh
Shanti Stupa, Leh
Shanti Stupa, Leh

Freitag, 03. August

Fahrt Leh - Wari La* - Tirith
*(La=Pass)

Zu vernünftiger Zeit - 9:30 - fahren wir los Richtung Nubra Valley. Es geht nicht über die Hauptstraße über den Khardung La, wo viel Verkehr und Baustellen das Vorwärtskommen erschweren würden, sondern über den etwas östlicher gelegenen Wari La (5310 m). Abgesehen von einer Baustelle am Anfang ist die Straße in sehr gutem Zustand mit kaum Verkehr - wäre auch als Radtour ein lohnendes Ziel. Den Abschnitt durch das Tal des Shyok River dagegen hätte ich mir zügiger vorgestellt: Der Fluss füllt das Tal mit seinem Sedimentbett fast ganz aus, und an jeder felsigen Engstelle muss die Straße nach oben ausweichen und am nächsten Flachstück zum Fluss zurückkehren.
In Tirith (3175 m) werden wir im "Deluxe Camp" in bequemen Bungalows untergebracht. Das Camp liegt in den Apfel- und Aprikosenhainen, die hier durch Bewässerung möglich sind. Das Essen ist gut, es gibt Kohlrabi und Broccoli aus eigenem Anbau. Der Manager spricht sogar etwas deutsch, es sind offenbar häufig Gäste aus dem deutschsprachigen Raum hier.

Wari La
Wari La
erster Blick in den Karakorum: Saser Muztagh
erster Blick in den Karakorum: Saser Muztagh
am Shyok
am Shyok
Tirith Camp
Tirith Camp

Samstag, 04. August

Akklimatisationswanderung Richtung Tirith Phu
P. 3990

Nach einer Nacht (fast) ohne Hundegebell gibt es um 7 Uhr ein gutes Frühstück; um acht geht es los zu einer kleinen Akklimatisationswanderung. Schon morgens ist es in der Sonne heiß, und Schatten gibt es in den Geröllhängen kaum.
Wir kommen an einem Felsen vorbei, an dessen senkrechter Seite große Buddha-Figuren aufgemalt sind - sicher einige hundert Jahre alt. Nach 3 3/4 Stunden erreichen wir den Hügel, der dem Sattel nach Tirith Phu vorgelagert ist (3990 m). Hier oben ist es durch den Wind erträglicher. Der Berg bietet eine schöne Aussicht über das Nubra Valley: Von Osten kommend, nimmt der Shyok fast die ganze Breite des Talbodens sein. Wo er auf den von Norden kommenden Nubra bzw. Siachen River trifft, ist das Tal etwa fünf Kilometer breit. Im Westen, hinter Hundar, verengt sich das Tal dann langsam wieder.
Abstieg auf demselben Weg, die anderthalb Kilometer auf der Straße zurück zum Camp sind in der Mittagshitze eine Tortur. Zum Glück ist das Camp schön schattig.

Heiligtum oberhalb von Tirith
Heiligtum oberhalb von Tirith
P. 3990: Aussicht übers Nubra Valley: Shyok und Siachen River
P. 3990: Aussicht übers Nubra Valley: Shyok und Siachen River

Sonntag, 05. August

Exkursion per Auto nach Norden (Siachen River)

Exkursion mit dem Auto nach Norden durch das breite Tal des Siachen (oder Nubra) River talaufwärts, so weit das Ausländern erlaubt ist. Das heißt, bis Warshi (3400 m).
Über die 65 Kilometer Luftlinie ist eine trockene Landschaft zu bestaunen. Nur wo von der Seite her Nebenflüsse einmünden oder vom Hauptfluss Bewässerungskanäle abzweigen, gibt es etwas Grün. Der breite Talboden wird immer wieder vollständig vom Fluss eingenommen, so dass für Kulturen kaum Platz ist. Auf beiden Seiten erheben sich steile, schuttige Hänge, und sie werden nach Norden hin immer steiler und unnahbarer. Die hohen Schneegipfel der Saltoro, Saser und Rimo Range sind vom Talboden aus nicht zu sehen. Zu erreichen wären diese Gipfel ohnehin kaum, so schwierig wie allein das Entkommen aus dem Talboden aussieht. Abgesehen davon, dass für diese Gegenden natürlich keine Expeditionsgenehmigungen ausgestellt werden.

Auf der ganzen Strecke ist reger Militärverkehr: 20 Kilometer jenseits von Warshi liegt das Siachen Basecamp, von dem aus die indischen Stellungen im höchstgelegenen Militärkonflikt der Welt versorgt werden.
Wenn auch die Berge unerreichbar sind, ist die Landschaft höchst beeindruckend anzuschauen: Das Tal bei Warshi ist eingerahmt von über tausend Meter hohen, glatten Felswänden. Die Rüttelei bei der Fahrt auf der engen, kurvigen und nur streckenweise guten Straße strengt allerdings auch ganz schön an. Eine willkommene Abwechslung sind die Schilder der Border Roads Organisation, die die Fahrer zu vorsichtiger Fahrweise ermahnen sollen:

  • "Speed thrills but kills"
  • "With Whiskey driving risky"
  • "Drive slow, live longer"
  • "Life is short, don't make it shorter"
  • daneben gibt es auch kleine philosophische Meisterwerke: "The road to success is always under construction".
  • Die Geschwindigkeitsbegrenzung muss man sich freilich erst mal selber ausrechnen: "Please do not exceed 10×√9 kms/hr".
  • Außerdem (aber die wirkliche Bedeutung dieser Aufforderung haben wir erst in Delhi verstanden): "Please obey traffic rules"
Straße am Siachen River
Straße am Siachen River
Landschaft bei Warshi
Landschaft bei Warshi

Montag, 06. August

Fahrt nach Wachan; kurze Akklimatisationswanderung

Transfer nach Wachan, dem Startpunkt des Treks über den Lasermo La. In Diskit erledigen wir noch ein paar Einkäufe an Luxuswaren wie Cola, denn während des Treks gibt es nirgends etwas zu kaufen.
In Hundar verlassen wir das Tal des Shyok. Die "Straße" führt über 10 Kilometer durch eine enge Schlucht mit losen Felsen und fast senkrechten Geröllhalden nach Wachan (3865 m), das nur aus einem Haus besteht. Hier öffnet sich das Tal wieder.
Unser Lager ist schon aufgebaut, der Koch und die Helfer stellen sich vor. Nachmittags unternehmen wir einen kleinen Spaziergang bis 4200 m über einen Geröllhang mit Wegspuren. Das Wetter ist schön, es bietet sich eine schöne Aussicht auf die drei mächtigen Gipfel des Saser Kangri gegenüber im Saser Karakorum, 50 Kilometer im Nordosten. Wir erhalten auch erste Einblicke in die Berge um Thanglasgo, aber noch nicht genau genug, um etwas über Besteigungsmöglichkeiten sagen zu können.

Hauptstraße bei Diskit
Hauptstraße bei Diskit
Straße nach Wachan
Straße nach Wachan
Wachan
Wachan
der Samgyal S (Jungdung Kangri)
der Samgyal S (Jungdung Kangri)
erster Blick auf die Berge bei Thanglasgo
erster Blick auf die Berge bei Thanglasgo
drei Riesen im Saser Muztagh: Saser Kangri I (7672), III (7495) und II (7518)
drei Riesen im Saser Muztagh: Saser Kangri I (7672), III (7495) und II (7518)

Dienstag, 07. August

Trekkingetappe 1: Wachan (3865 m) - Thingsa (4280 m), 7 km, 3 Stunden

In der Nacht hat es kurz geregnet; morgens ist es bewölkt, aber sehr warm (18°C).
Nach dem Morning Tea räumen wir unsere Sachen zusammen, und schon kommen auch die Pferde an. Nach dem Frühstück starten wir alle (auch Nina) um acht Uhr zu Fuß, denn die Pferde brauchen am ersten Tag noch lange, bis alle Lasten sortiert sind. Zuerst geht es durch die Gerstenfelder der Streusiedlung Hunder Dok; an vielen Orten werden neue Häuser gebaut.
Ninas Reitpferd stößt nach anderthalb Stunden zu uns, jetzt kann sie den Weg hoch zu Ross zurücklegen. Nun marschieren wir am Fluss entlang und durch Geröllebenen. Nach drei Stunden erreichen wir den Lagerplatz Thingsa auf 4280 m noch vor den Packpferden.
Die Lasten kommen bald darauf, genau rechtzeitig: Als alle Zelte aufgebaut sind, beginnt es zu nieseln. Drei indische Soldaten kommen vorbeigewandert, offenbar im Dienst (und bewaffnet). Keine Ahnung, worauf sie hier genau aufpassen. Die Berge um uns herum sehen alle erstens sehr hoch und zweitens sehr anspruchsvoll aus. Die steilen Flanken erlauben nur an wenigen Stellen, aus dem Tal heraus Höhe zu gewinnen. Und ob man dort oben einen halbwegs einfachen Gipfel oder wilde Felsgebilde vorfindet, ist von unten nur schwer einsehbar. Das meiste, was man sieht, gehört aber in die zweite Kategorie.
Nachmittags regnet es heftig und dauerhaft - sehr ungewöhnlich für die Gegend. Abends 12°C, erste undichte Stellen und Pfützen im Messzelt, in der Küche noch etwas mehr. Wir können kaum mehr tun als die relativen Vorteile unserer Lage zu sehen: Das Lager liegt nicht in einer Schlucht, weit genug weg vom Fluss und auch von eventuell steinschlägigen Flanken entfernt. Und wir haben genug zu Essen dabei, um ein bis zwei Schlechtwettertage an Ort und Stelle zu verbringen. Schließlich sind zusätzlich zum normalen Trekking drei Tage fürs Bergsteigen eingeplant. Und zu lesen haben wir auch noch genug.

Brücke über einen Nebenfluss
Brücke über einen Nebenfluss
Sniamo Valley mit Burgocha (5950 m)
Sniamo Valley mit Burgocha (5950 m)
Endlich ist Ninas Pferd da
Endlich ist Ninas Pferd da

Mittwoch, 08. August

Ruhetag im Lager Thingsa (4280 m)

Morgens hört der Regen bis auf gelegentliche Tropfen auf. Die höheren Berge sind leicht verschneit.
Ob das jetzt alles war, kann man noch nicht sagen, denn in Indiens Bergen ist man in puncto Wettervorhersage auf dem guten alten Stand von vor 100 Jahren. In anderen Himalaya-Ländern würde man mit dem Satellitentelefon den Charly G. befragen, wann das Wetter besser wird. In Indien sind solche Hilfsmittel verboten.
Wir bleiben heute hier, für die Etappe bis Thanglasgo sieht es zu unsicher aus. Zum Glück haben wir unsere Reservetage, auch wenn uns das einen Tag fürs Bergsteigen kostet. Nach etwas Sonnenschein am Mittag ist der Nachmittag wieder regnerisch. Tendenziell sieht es aber besser aus als gestern Abend. Nach dem Abendessen wird uns bald zu kalt, um acht geht's in den Schlafsack.

Schlechtwetter in Tingsa
Schlechtwetter in Tingsa

Donnerstag, 09. August

Trekkingetappe 2: Thingsa (4280 m) - Thanglasgo (4660 m), 10 km, 1100 Höhenmeter, 7 Stunden (mit Erkundungstour)

Zwar sind die meisten Berge im Westen und Norden noch in Wolken, aber im Süden ist der Eindruck schon freundlicher.

Tingsa
Tingsa

Nina möchte von Anfang an ihr Pferd haben, daher wartet sie beim Lager, während wir schon mal loswandern. Durch das breite Tal steigt der Weg nur ganz allmählich an. Nach einer Stunde holt Nina auf, kurz danach verlassen Claudia und ich den Hauptweg, um auf der linken Seite das Tal nordöstlich von Thanglasgo zu erkunden. Die Gipfel sind von unten nicht einsehbar, daher möchten wir so nach geeigneten Zielen suchen.
Durch einen steilen Grashang führt ein ganz ordentlicher Pfad aufwärts, verliert sich dann auf der Yakweide. Im Gegensatz zu unten findet man hier viele Blumen, unter anderem größere Mengen an Edelweiß. Ab etwa 5000 Metern wird das Gras immer mehr von Felsen durchsetzt und das Vorwärtskommen mühsam.
Nach etwas Turnerei in losem Moränengelände kann man schließlich einen Blick auf den hinteren Teil des Tals werfen: Die Berge umfassen den Gletscher in steiler Runde, der eigentliche Gletscherboden ist aber hinter mehreren Schuttwällen nicht zu erkennen. So was geht überhaupt nur mit einem Hochlager und mit deutlich besserer Akklimatisation, als wir sie gerade haben - wir sind bei diesen 5250 m für heute reichlich am Ende. Tatsächlich scheint der "Lungmochey Kangri", den wir hier aus der Literatur wiedererkennen, der einzige Berg ohne technische Schwierigkeiten zu sein. Der Vorgipfel P. 5750, der zur Seite hin unsere Grashänge fortsetzt, sieht auch noch machbar aus, ist aber eigentlich nur eine unbedeutende Kuppe. Der Weg ins Tal geht halbwegs schnell, aber der flache Weiterweg zum neuen Lager Thanglasgo nimmt nochmals eine mühsame Stunde in Anspruch.
Keine große Lust mehr, morgen diesen Weg nochmals unter die Füße zu nehmen, nur um eine sekundäre Bodenwelle mit 30 Metern Schartenhöhe zu belagern.

Erkundungsergebnis am Lungmochey Kangri
Erkundungsergebnis am Lungmochey Kangri
die Ebene von Thanglasgo
die Ebene von Thanglasgo

Freitag, 10. August

Trekkingetappe 3: Thanglasgo (4660 m) - Basislager Nord (4990 m), 8.6 km, 4 1/2 Stunden

In der Nacht nochmals Regen, am Morgen ist es wieder schön. Da der Fluss wegen Hochwasser nicht überschreitbar ist, finden wir hier keine lohnenden Exkursionsziele und ziehen schon heute zum Lasermo La Basislager weiter. Dazu muss allerdings erst mal die Sonne die Zelte trocknen, die Karawane startet daher recht spät.
Wir sind wie üblich gegen acht Uhr unterwegs und wandern gemächlich taleinwärts. Aufwärts kann man kaum sagen, abgesehen von kurzen Absätzen besteht das Tal meist aus ebenen Schwemmböden. Unterwegs begegnen uns einige Yaks (bzw. Dzos), die sich dann einer hinter uns kommenden Schafherde anschließen und auch wieder taleinwärts schlendern.
Am frühen Nachmittag sind wir am Lagerplatz Lasermo La Basecamp (4990 m). Nachdem die Zelte stehen, entlädt sich erst mal ein Gewitter.
Kurz vor dem Abendessen reicht es noch für einen kurzen Erkundungsspaziergang nach Osten, um die Bergziele für morgen zu lokalisieren. Hier sieht es besser aus als bei den vorangegangenen Lagern: Die Berge sehen nicht mehr so unnahbar aus und sind etwas niedriger, und das Lager liegt dagegen höher. Nach dem Abendessen schon wieder ein Regenguss. Ob das morgen was wird?

bereit zum Aufbruch
bereit zum Aufbruch
Der Weg ist zumindest gut markiert
Der Weg ist zumindest gut markiert
Sieht etwas verwegen aus, war aber sehr friedlich
Sieht etwas verwegen aus, war aber sehr friedlich

Lasermo La Basislager Nord
Lasermo La Basislager Nord

Samstag, 11. August

Claudia, Hartmut, Norbu: Kangsalmathug (5770 m), 11.5 km, 960 Höhenmeter, 9 1/2 Stunden
Marion, Henning, Nina: P. 5275

Das Lager bleibt heute stehen, wir teilen uns für unsere Unternehmungen auf:

Claudia und ich gehen mit unserem Guide Norbu in das Tal südwestlich des Lagers, um einen der beiden schönen Schneeberge dort anzugehen. Der rechte ist der 5770 m hohe Kangsalmathug, der linke sein etwa 5680 m hoher südostlicher Nachbar.
Wir entscheiden uns für ersteren (der hat immerhin einen Namen), mit der Option, den anderen im Idealfall auch noch mit zu überschreiten. Die Route verläuft weglos über scheußlichen Moränenschotter und eine genauso scheußliche Schotterflanke hoch zum Nordostgrat, wo sich die Wächte an einer schwachen Stelle gut bezwingen lässt (40°).
Das Becken rechts (nördlich) des Grats ist voller Gletscherspalten, daher wollen wir dem Grat weiter folgen. Zum Gipfel hin steilt sich der Schneegrat immer weiter auf und trifft schließlich auf eine senkrechte Gipfelwächte. Leider lässt sie sich nicht rechts umgehen, etwa fünf Meter fast senkrechtes Gelände liegen zwischen uns und dem einfacheren Hang auf der anderen Seite.
Also wieder runter, unter Claudias Führung queren wir hinunter zum Südostgrat und finden dort eine 50° steile Schneerampe, die uns den Zugang auf den Grat ermöglicht. Nun noch die 70 Höhenmeter wieder hinauf, die wir bei dieser Aktion verloren haben. Diesmal aber durch ganz einfaches Gelände. Das Wetter hat sich seit dem Morgen etwas verschlechtert, aus den Quellwolken sind ein paar Exemplare geworden, die unbedingt den einen oder anderen Graupelschauer loswerden wollen. Die Aussicht ist trotz der Wolken recht umfassend. Die Gebetsfähnchen, die wir am Gipfel vorfinden, sind völlig ausgebleicht. Anscheinend bekommt der Berg nur alle paar Jahre mal Besuch. Wir hängen neue Fähnchen auf.
Für den Rückweg wählen wir Fels bzw. Schutt, denn das Schneefeld war doch etwas zu steil, um es mit nur einem Eispickel abzusteigen. Die Überschreitung des Südostgipfels kommt wegen Wetter, Zeit und Anstrengung nicht in Frage.
Es ist gar nicht so einfach, den Verbindungsgrat zum Südostgipfel nach links zu verlassen: Steile Felswände oder steiler Schnee, nur an einer Stelle geht es erst drei Meter durch gut gestuftes, aber fast senkrechtes erdiges Geröll abwärts und danach einfacher. Der weitere Rückweg ist eine lange Odyssee über den Gletscher und durch diverse Moränenmulden.
Kurz vorm Lager hatten wir unsere Sandalen für die Flussquerung deponiert. Leider sind von den vier Sandalen nur noch drei vorhanden, offenbar hat sich ein Murmeltier eine von Claudias Sandalen unter den Nagel gerissen. Das hatten wir auch noch nicht. Zurück im Lager kurz vor der Teepause um 16 Uhr. Wir hätten kaum erwartet, dass wir mit einem Berg mit nur 800 Höhenmetern volle 9 1/2 Stunden beschäftigt wären.

Kangsalmathug (5770 m)
Kangsalmathug (5770 m)

im Aufstieg, Blick talauswärts. Rechts der Südostgipfel
im Aufstieg, Blick talauswärts. Rechts der Südostgipfel
An der Gipfelwächte geht es nicht weiter
An der Gipfelwächte geht es nicht weiter
Gipfelaussicht Kangsalmathug Richtung Süden
Gipfelaussicht Kangsalmathug Richtung Süden
Gipfelaussicht Kangsalmathug Richtung Nord bis Ost
Gipfelaussicht Kangsalmathug Richtung Nord bis Ost
Sahib Chera
Sahib Chera

schuttiger Abstieg zum Gletscher
schuttiger Abstieg zum Gletscher
der Gletschersee
der Gletschersee
Kangsalmathug
Kangsalmathug

Marion, Henning und Nina gehen zusammen mit Lopsang auf den kleineren Berg südwestlich des Lagers, um einen Überblick über die Gegend zu bekommen und Gebetsfähnchen auf dem Gipfel aufzuhängen.

Marion, Nina und Henning auf P. 5275
Marion, Nina und Henning auf P. 5275

Sonntag, 12. August

Claudia, Marion, Norbu: Versuch an P. 5810
Hartmut, Nina, Henning: Wanderung um die Edelweiß-Seen

Ich brauche heute einen ruhigeren Tag. Claudia und Marion peilen mit Norbu einen vergletscherten 5700er östlich des Lagers an.
Nina, Henning und ich brechen nach einem gemütlichen Frühstück zu einem Erkundungsspaziergang auch ins Tal östlich des Lagers auf. Nachdem Henning genug vom Aufstieg hat, erkunde ich mit Nina den kleinen See; weiter oben finden wir noch einen größeren See, hinter dem ein imposanter Gletscherberg thront. Nach längerem Spielen am Wasser und ausführlichem Picknick ist immer noch niemand auf dem Rückweg vom Berg in Sicht, daher kehren wir zum Lager zurück, nicht ohne Variante durch sehr loses Moränengeröll unterhalb der markanten Steinmänner (da war wohl doch kein Weg, obwohl es von Weitem so ausgesehen hatte). Im Lager treffen wir Claudia und Marion auch schon zurückgekehrt an; durch ungünstige Routenwahl sind sie in problematisches Moränengelände gekommen, und ein zweiter Versuch an besserer Route wäre mit einem großen Umweg verbunden gewesen.
Wir erfahren auch, warum wir - obwohl wir lange am oberen See waren und den Berg beobachtet haben - niemanden gesehen haben: Die drei waren in dem Seitental, das am unteren See nach links abzweigt; wir waren dagegen im rechten, denn dieser Berg war uns viel offensichtlicher. Alles in allem also eher eine Forschungsexpedition als eine Bergtour heute.

Nina baut die erste Markierung auf dieser Insel
Nina baut die erste Markierung auf dieser Insel

am oberen See, der Berg ist P. 5720
am oberen See, der Berg ist P. 5720
Wächte an P. 5720
Wächte an P. 5720

Montag, 13. August

Trekkingetappe 4: Basislager Nord (4990 m) - Lasermo La (5470 m) - Basislager Süd (4920 m), 11 km, 500 Höhenmeter, 5 1/2 Stunden
Claudia, Hartmut zusätzlich: P. 5605 und P. 5716 am Lasermo La

Gestern war um die Sonne herum ein großes Halo zu sehen gewesen, und erwartungsgemäß ist es heute morgen bewölkt. Der Weg zum Lasermo La zieht sich, weil der Untergrund felsig ist und sich kein vernünftiger Gehrhythmus einstellen will. Außerdem geht es wieder mal nur sehr allmählich bergan. Der Schlussanstieg führt über einen meist geröllbedeckten, dann blanken Gletscher in einer Rechtskurve auf den Pass (5470 m). Die Pferde sind das Gehen auf dem Eis offenbar gewohnt.
Claudia und ich versuchen sich noch an den Gipfeln oberhalb des Passes, während die anderen schon den Abstieg auf die Südseite antreten. Der erste Gipfel (5605 m) stellt sich nur als eine unbedeutende Schulter heraus, wir gehen daher trotz schlechter werdenden Wetters weiter. Die nächste Erhebung misst 5716 Meter (GPS), und es geht auf allen Seiten deutlich bergab.
Ein Graupelschauer lässt uns das Betrachten der (leider bescheidenen) Aussicht auf ein Minimum reduzieren. Bald sind wir wieder am Pass zurück. Der südseitige Abstieg ist über lange Strecken sehr steinig und länglich. Nach 1 1/2 Stunden sind wir am Lagerplatz (4920 m) - gerade rechtzeitig, bevor sich der Nachmittag in eine Abfolge von Regenschauern wandelt. Glück gehabt: Es hätte ja auch schon oben am Pass anfangen können zu regnen, das wäre weitaus unangenehmer gewesen. So können wir uns ins bereits aufgebaute Zelt legen und auf die Teepause warten.

das Ende des Tals, links der Lasermo La
das Ende des Tals, links der Lasermo La
Das letzte Stück wird auf dem Gletscher zurückgelegt
Das letzte Stück wird auf dem Gletscher zurückgelegt
Kurz vor dem Pass: Die Berge sind fast alle gleich hoch. Rechts der Sahib Chera.
Kurz vor dem Pass: Die Berge sind fast alle gleich hoch. Rechts der Sahib Chera.
auf dem Lasermo La: P. 5605, P. 5716. Rechts geht es nach Süden weiter (nicht sichtbar).
auf dem Lasermo La: P. 5605, P. 5716. Rechts geht es nach Süden weiter (nicht sichtbar).
der kleine Gipfel P. 5490 neben der Passhöhe
der kleine Gipfel P. 5490 neben der Passhöhe
P. 5716
P. 5716

Dienstag, 14. August

Trekkingetappe 5: Basislager Süd (4920 m) - Murabak (4050 m), 8.7 km, 3 3/4 Stunden

Über Nacht haben sich die Wolken verzogen, dafür ist es morgens deutlich kälter als bisher: Das kleine Bächlein ist zugefroren. Vom Lager bis zum Straßenende in Murabak wandern wir drei Stunden durch ein relativ breites Tal, das von vielen Murmeltieren, schwarz-weißen Raupen und Eidechsen bevölkert ist. Von den vergletscherten Bergen ist nichts mehr zu sehen. Die Überquerung unseres Seitenbachs an der Einmündung ins Haupttal gestaltet sich für Fußgänger etwas nass, und die Seitenschlucht kurz oberhalb Murobok ist für Pferde und Menschen durchaus abenteuerlich. Mit Erreichen der Straße sind wie wieder in einer anderen Welt: Gersten- und Kartoffelfelder, Bäume, (meist ziemlich wohlhabend aussehende) Häuser.

Frühstück im südlichen Basislager, trotz Frost an der Sonne.
Frühstück im südlichen Basislager,
trotz Frost draußen an der Sonne.
die letzte Etappe des Lasermo La Treks
die letzte Etappe des Lasermo La Treks

Die Wiesen sind voller Edelweiß
Die Wiesen sind voller Edelweiß
Der Bach hat keine einfache Furt
Der Bach hat keine einfache Furt

Murabak (4050 m)
Murabak (4050 m)
Ninas braves Reitpferd
Ninas braves Reitpferd

Mit dem Auto sind wir mittags in Leh (20 km), kommen diesmal im Hotel Omasila unter. Das Wetter ist bewölkt, aber trocken. Der Indus scheint ziemlich hohen Wasserstand zu haben, die Auen sind komplett überschwemmt.
Nachmittags kurze Besprechung bei der Agentur. Wir ändern den Plan der nächsten Tage dahingehend, dass wir zwei statt nur einen Gipfeltag am Stok Kangri haben und dafür die Exkursion nach Bema um einen Tag kürzen. Bei dem unsicheren Wetter möchten wir uns im Schlechtwetterfall eine zweite Chance offenhalten. Auch wenn der amtliche Astrologe angeblich verspricht, dass das Schlechtwetter nur bis 19. August anhält, man weiß ja nie.

Leh
Leh
Norbu wählt Momos zum Abendessen, sie werden in dieser Form gedünstet
Norbu wählt Momos zum Abendessen, sie werden in dieser Form gedünstet

Mittwoch, 15. August

Fahrt Leh-Beema

Zweitägiger Ausflug nach Bema (Beema?). Warum der im Programm stand, wissen wir nicht mehr so genau. Durch die Programmänderung haben wir ihn aber von 3 auf 2 Tage komprimiert. Mit dem Auto geht es den "National Highway 1" Richtung Kargil/Srinagar, also Indus-abwärts. Wobei es immer wieder auch bergauf geht, denn der Fluss hat immer wieder Engstellen, an denen die Straße ausweichen muss.
Auf dem Weg liegt Alchi, angeblich die älteste Tempelanlage in Ladakh, erbaut um das Jahr 1000. Der Besuch lohnt sich, auch wenn die Anlage relativ klein und unscheinbar aussieht (die Andenkenläden sind fast größer als das eigentliche Kloster).

Auf dem Highway 1 nach Westen
Auf dem Highway 1 nach Westen
Gebetsmühlen in Alchi
Gebetsmühlen in Alchi

Nach 107 km verlässt der Highway das Industal, wir folgen aber weiter dem Fluss durch eine Schlucht auf einem abenteuerlichen und sehr kurvigen Sträßchen. Die Szenerie ist sehenswert, aber das Vorankommen doch reichlich langsam. An einigen Stellen ist der Indus durch größere Murenabgänge aufgestaut, und ein Straßenprovisorium umgeht die Problemstelle holprig und teils ausgesetzt.
Am frühen Nachmittag sind wir in Bema. Dort kommen wir in einem Zeltlager unter: große Hauszelte mit Betten und jeweils eigenem Bad. Es handelt sich aber eher um das berühmte Dreibrettzimmer. Zum Glück hat es genügend Decken, mit denen man die harte Martratze etwas polstern kann. So warm, wie es hier ist, reicht ein Leintuch als Zudecke.
Das Camp liegt am unteren Rand einer fruchtbaren Terrasse über dem Indus, auf der Aprikosen und Äpfel angebaut werden. Es gibt ein schön verziertes Kloster, das allerdings verschlossen ist, eine offenstehende halb verfallene Schule sowie einen noch unfertigen Schul-Neubau. Nach oben schließen sich - wie fast überall hier im Industal - mehr oder weniger unbezwingbare Felswände an. Somit lässt die Gegend nur sehr wenig Auslauf zu.

Die Straße am Indus entlang hat ihre Tücken.
Die Straße am Indus entlang hat ihre Tücken.
Beema am Indus. Zur pakistanischen Grenze sind es noch etwa 30 Kilometer.
Beema am Indus. Zur pakistanischen Grenze sind es noch etwa 30 Kilometer.

Donnerstag, 16. August

Fahrt Beema-Leh

Da es hier nicht allzuviel für uns zu unternehmen gibt, fahren wir am Vormittag nach Leh zurück und genießen einige Stunden Rüttelei auf der Straße.
Der Nachmittag wird als Ruhetag genutzt. Eine neue Erkenntnis zum Abendessen: Im Penguin gibt es ein ausgezeichnetes Hähnchen-Cordon Bleu.

auf dem Rückweg am Indus
auf dem Rückweg am Indus
Postleitzahl 194106, wann wird wohl die nächste Leerung sein?
Postleitzahl 194106,
wann wird wohl die nächste Leerung sein?
Auf den Dächern werden Aprikosen getrocknet.
Auf den Dächern werden Aprikosen getrocknet.

Freitag, 17. August

Ruhetag in Leh

Heute eine etwas genauere Stadtbesichtigung. Die Beautification (Fußgängerzone) ist fertig, nach nur wenigen Jahren Bauarbeiten... Überall wird neu gebaut, diverse Restaurants und Läden von vor drei Jahren sind verschwunden und haben Neubauten Platz gemacht. Die engen Straßen sind allerdings auch schon heute mit dem Verkehr überfordert; da kann man gespannt sein, wie dieses Wachstum weitergehen soll. Auffällig ist auch, das besonders die Anzahl indischer Touristen deutlich zugenommen hat.

Leh. Die Fußgängerzone ist sogar recht schön geworden.
Leh. Die Fußgängerzone ist sogar
recht schön geworden.
Am Rand wird Gemüse verkauft.
Am Rand wird Gemüse verkauft.

Samstag, 18. August

Trekkingtag 1: Stok (3650 m) -Mankarmo (4385 m). 10 km, 815 Höhenmeter, 4 1/4 Stunden.

Morgens beginnt es zu regnen. Auch in Stok (3650 m), wo wir die Mannschaft mit den Pferden treffen (es ist die gleiche wie vom letzten Trek, aber andere Pferde): Nieselregen.
Auf dem Weg zum ersten Lager geht es zuerst in ein breites Tal hinein, das sich aber bald zu einer spektakulären Schluchtenlandschaft verengt. Besonders die senkrecht gestellten Felsplatten, die von der Seite wie Buchseiten aussehen, sind toll anzuschauen. Anstatt längs zu den Platten zu fließen, haben die Flüsse und Bäche sie immer wieder durchsägt und dadurch eine sehr kleinräumige, unübersichtliche Landschaft erzeugt. Mittagspause an einem Pass (4133 m); das Lager Mankarmo (4385 m) jenseits der Schlucht ist am frühen Nachmittag erreicht.
Im Gegensatz zum Lasermo-Trek, wo wir tagelang niemanden angetroffen hatten, ist dieses Lager schon fast eine Kleinstadt. Das hat dann aber auch den Vorteil, dass es hier ein Tea-Tent gibt, wo man verschiedene Getränke kaufen kann.
Abends lösen sich die Wolken auf.

Das Tal verengt sich bald zu einer Schlucht.
Das Tal verengt sich bald zu einer Schlucht.
Die Szenerie wechselt nach jeder Ecke.
Die Szenerie wechselt nach jeder Ecke.
einsames Örtchen
einsames Örtchen

Erster Blick auf den Stok Kangri (rechts)
Erster Blick auf den Stok Kangri (rechts)
Blauschafe
Blauschafe
Mankarmo (4385 m)
Mankarmo (4385 m)

Sonntag, 19. August

Trekkingtag 2: Mankarmo (4385 m) - Stok Kangri Basislager (4980 m). 3.5 km, 600 Höhenmeter, 2 Stunden, plus Exkursion Richtung ABC

Noch ist das Wetter nicht richtig schön: Morgens eher bedeckt mit etwas Sonne. In zwei Stunden steigen wir bis zum Basislager (4980 m) auf. Wie zu erwarten war, ist dieses Lager noch ein bisschen größer (und auch vermüllter) als Mankarmo.
Der Aufbau der Zelte verzögert sich etwas, weil wir auf die Abreise einer indischen Gruppe warten müssen, deren Plätze wir übernehmen.
Nachmittags ein kurzer Spaziergang Richtung ABC (dem früheren Advanced Base Camp, das heutzutage nicht mehr benutzt wird) zur Erkundung und Akklimatisation. Um drei Uhr ist der Bach im Basislager schon so weit angeschwollen, dass man nur noch mit Mühe auf die andere Seite kommt. Und leider liegt unser Platz auf ebendieser anderen Seite. Der Bach wechselt übrigens im Lauf des Tages sehr auffällig seine Farbe von klar/weiß zu rot.

eine kurze Etappe zum Basislager
eine kurze Etappe zum Basislager
´Cleanliness is next to happiness´. Das Basislager kann nicht sehr happy sein.
"Cleanliness is next to happiness". Das Basislager kann nicht sehr happy sein.
Der Fluss durchs Basislager ist schon mittags schwer zu überqueren
Der Fluss durchs Basislager ist schon
mittags schwer zu überqueren
Bis zum Gipfel wären es noch etwa 1000 Höhenmeter.
Bis zum Gipfel wären es
noch etwa 1000 Höhenmeter.
Ladakhische Weite
Ladakhische Weite
Basislager mit dem Pyramide Peak (5930 m)
Basislager mit dem Pyramide Peak (5930 m)

Montag, 20. August

Trekkingtag 3: Gipfeletappe Stok Kangri. 10.3 km, 1220 Höhenmeter, 9 Stunden.

Um 2:40 brechen wir auf, das ist spät gegenüber den vielen Gruppen, die schon abends zwischen zehn und elf Uhr losgehen.
Die meisten Gruppen, die nur vier Tage unterwegs sind, sind nicht gut akklimatisiert und deshalb in dieser Höhe sehr langsam, daher müssen sie wohl so früh losgehen. Andererseits bekommen sie dadurch in der "Nacht" vor dem Aufbruch auch kaum Schlaf, starten also oft schon übermüdet.
Wir sind vom Lasermo La ganz ordentlich akklimatisiert und wollen keine Ewigkeit in der Dunkelheit über lose Felsen stolpern. Nach allem, was man sich realistisch vorstellen kann, reicht die Zeit so auch.
Zwar ist es mit +5°C nicht allzu kalt, aber Nina ist das Gehen in Dunkelheit zur allermüdesten Nachtzeit nicht gewohnt und dreht bald um.
Der Rest - Marion, Claudia, Hartmut - steigt mit Norbu und Lopsang langsam weiter bei fast klarem Nachthimmel auf. Der Weg zieht sich endlos, besonder wenn man auf der Moräne vorm Gletscher die Idealspur im Dunkeln verloren hat. Oder liegt das einfach an der Dunkelheit, dass einem alles viel länger vorkommt? Nach der problemlosen Gletscherquerung stehen wir am Fuß eines 400 Höhenmeter langen Fels- und Geröllhangs. Aufgrund der Beliebtheit der Tour findet man einen ganz anständigen Weg, der sich in Serpentinen hochschlängelt. Inzwischen ist es auch hell geworden. Zwei Stunden brauchen wir für den Hang; er sieht kürzer aus als er ist, und das verleitet etwas zur Ungeduld. Mit 200 Hm/Stunde können wir uns in dieser Höhenlage nicht beklagen.
Um 7:20 sind wir am Südgrat auf 5910 m, dem wir nun mehr oder weniger bis zum Gipfel folgen. Manchmal muss man etwas die Hände zu Hilfe nehmen, und auf der Schattenseite erfordern ein paar ganz kurze vereiste Stellen etwas Aufmerksamkeit, aber alles in allem ist die Route ein ganz anständiger Weg. Etwas irritierend sind die Gruppen, die uns zu sechst oder siebt an einem Seil entgegenkommen, das Seil nur um den Bauch geknotet. Was da passiert, falls wirklich jemand ernsthaft stürzt, möchte man sich nicht unbedingt ausmalen...
Genau nach sechs Stunden erreiche ich den Gipfel (GPS: 6135 m). Obwohl sich mittlerweile ein Wolkendeckel gebildet hat, ist die Rundsicht prachtvoll. Das einzige Manko ist, dass wir die allermeisten Gipfel nicht mit Namen identifizieren können.
Der Rückweg geht - trotz der notwendigen Vorsicht in dem steilen Gelände - deutlich schneller. Einige größere Gruppen sind noch länger im Abstieg. Am ABC kommen uns Nina und Henning vom Basislager her entgegen; wir steigen den Rest zusammen ab und sind um 11:45 wieder im Basislager.

nächtlicher Aufbruch um 02:40
nächtlicher Aufbruch um 02:40
Shuku Kangri, Pyramide (der flache Grat), Golep Kangri (hinten links)
Shuku Kangri, Pyramide (der flache Grat), Golep Kangri (hinten links)
Auf dem Grat geht es zum Gipfel.
Auf dem Grat geht es zum Gipfel.
Gipfelbild Stok Kangri, 6140 m
Gipfelbild Stok Kangri, 6140 m
Aussicht nach Norden
Aussicht nach Norden
Aussicht nach Südwesten/Süden
Aussicht nach Südwesten/Süden
Norbu hängt unsere Fähnchen auf. Offenbar waren andere Deutsche kurz vorher da.
Norbu hängt unsere Fähnchen auf. Offenbar
waren andere Deutsche kurz vorher da.
wieder im Abstieg
wieder im Abstieg
Weiter unten ist ein guter Weg ausgetreten.
Weiter unten ist ein guter Weg ausgetreten.
Das obere Gletscherbecken: Man quert den Gletscher in Bildmitte und steigt dann die Geröllhänge nach rechts hoch.
Das obere Gletscherbecken: Man quert den Gletscher in Bildmitte und steigt dann die Geröllhänge nach rechts hoch.

Dienstag, 21. August

Ruhetag im Basislager

Ruhetag im Basislager. Dieser Tag war als Reservetag geplant, falls am ersten Gipfeltag nichts geht. Das Wetter ist morgens bewölkt, wechselt im Lauf des Tages zu diesigem Sonnenschein. Auf jeden Fall haben wir mit dem gestrigen Gipfeltag alles richtig gemacht, es war das beste Wetter weit und breit. Abends klart es auf, der Mond hat ein riesiges Halo.

Im Tea Tent kann man Getränke oder andere Lebensmittel einkaufen.
Im Tea Tent kann man Getränke oder
andere Lebensmittel einkaufen.
Blick zum Indus-Tal
Blick zum Indus-Tal
Das Abwaschen wird nachmittags schwierig, die Strömung nimmt zu.
Das Abwaschen wird nachmittags schwierig,
die Strömung nimmt zu.
Abendessen
Abendessen
Zum Nachtisch gibt es einen Erfolgs-Kuchen
Zum Nachtisch gibt es einen Erfolgs-Kuchen

Mittwoch, 22. August

Trekkingtag 4: Abstieg nach Stok. 13 km, fast nur Abstieg, 4 1/2 Stunden.

Letzter Tag am Stok Kangri. Sonne mit Wolken, die höheren Berge stecken in Wolken. Nach dem Frühstück werden die Kleidungsstücke bzw. Ausrüstungsgegenstände, die in Ladakh bleiben sollen, an die Mannschaft verlost.
Die Pferde lassen etwas auf sich warten, wir machen uns schon mal auf den Weg. In Mankarmo sind wir schnell (1 Stunde). Dort ist ausgesprochen viel los, wir begegnen vielen Gruppen im Aufstieg, mindestens die Hälfte Inder - sportlich ein sehr breites Spektrum von durchtrainiert bis querschlank, aber fast alle sehr freundlich und interessiert.

Abtauchen in die Buchseiten-Schlucht
Abtauchen in die Buchseiten-Schlucht


Ankunft in Stok
Ankunft in Stok
Gruppenbild
Gruppenbild

Donnerstag, 23. August

Leh

Was wir auf dem Trekking vermisst hatten: ein ebenes, bequemes Bett und die Möglichkeit, barfuß zur Toilette gehen zu können.
Was wir nicht vermisst hatten: geltungsbedürftige Hunde beim nächtlichen Revierkampf, und den Muezzin kurz nach vier Uhr morgens.
In Summe können wir aber gut ausschlafen, schließlich haben wir heute außer Souvenirs einkaufen nichts vor. Abends Doppelgeburtstagsfeier (Claudia und Marion) mit Geburtstagskuchen im Penguin.

Stok Kangri, von Leh aus gesehen
Stok Kangri, von Leh aus gesehen
Tibeter-Basar in Leh
Tibeter-Basar in Leh
Das Chicken Cordon Blue, eine wichtige Entdeckung
Das Chicken Cordon Blue,
eine wichtige Entdeckung
Claudia und Marion haben heute Geburtstag
Claudia und Marion haben heute Geburtstag

Freitag, 24. August

Flug Leh-Delhi; Delhi; Flug Delhi-Frankfurt-Friedrichshafen

Zu nachtschlafener Zeit dienen uns die Reste des gestrigen Geburtstagskuchens als rudimentäres Frühstück; um 5:20 werden wir zum Flughafen gebracht.
Die mehrfachen Sicherheitskontrollen dauern ihre Zeit, zusätzlich verzögert eine spanische Gruppe mit Übergepäck das Einchecken.
So sind wir mit dem ganzen Procedere gerade so fertig, als auch schon der Flug aufgerufen wird und wir uns daher bei der letzten Sicherheitskontrolle vordrängeln müssen.
Trotz nur knapp einer Stunde Flugzeit gibt es sogar Essen an Bord (Jet Airways).
In Delhi sind erst mal nur vier der fünf Gepäckstücke aufzufinden. Das fünfte taucht nach einer Stunde ominöserweise plötzlich neben dem Gepäckband auf. Durch das übliche Verkehrschaos werden wir ins Guesthouse "Tree of Life" gebracht, wo versehentlich nur ein Zimmer für uns fünf reserviert ist. Das ist aber insofern nicht schlimm, weil während des Tages die Abbrucharbeiten am Nachbarhaus (Presslufthammer) ohnehin kein Schlafen ermöglicht hätten.
Zum Mittag- und Abendessen erfüllen wir unsere Fastfood-Quote für das ganze restliche Jahr - aber bei KFC, McD oder BurgerK haben wir wenigstens die Chance, dass vor lauter Gewürzen noch was vom "Essen" zu merken ist. Dafür gönnen wir uns einen Abstecher in den nahegelegenen Sportpark, wo etliche Sportgeräte auf ihre Benutzung warten. Bei dem Wetter (35° bei 100% Luftfeuchte) sind wir nach fünf Minuten vollkommen durchgeschwitzt. Nach einer völlig abgedrehten britischen Sport-Action-Wettbewerbs-Show und einmal Ice Age 3 im hier immerhin funktionierenden Fernsehen fallen wir für eine Stunde in unruhigen Schlaf, bis wir kurz nach 22 Uhr abgeholt werden.
Eigentlich ist es nicht so wahnsinnig weit zum Flughafen, und mitten in der Nacht - da sollte der Verkehr nach europäischen Maßstäben ja halbwegs ordentlich verlaufen. Weit gefehlt. Das ist Delhi. Rote Ampeln, Verkehrsregeln jeglicher Art - alles nur unnützes Beiwerk. Wenn auf einer hoffnungslos verstopften Kreuzung (weil sich ja niemand an die Ampeln hält) schon fünf Spuren zum Rechtsabbiegen herumstehen, dann macht der indische Autofahrer lieber eine weitere Spur auf und drängelt die anderen zur Seite, als dass er sich irgendwo geordnet anstellt. Entsprechend schnell kommt man hier voran. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir am Flughafen, 23 Uhr. Dreieinhalb Stunden vor Abflug, das reicht gut. Tut es auch.
Auf dem Lufthansa-Flug gibt es natürlich wieder Videoprogramm ohne Ende. Nina bringt es tatsächlich fertig, die gesamte Flugzeit von 7 1/2 Stunden mit Filme schauen zuzubringen. Beim Warten auf den Anschluss in FRA kann man den Schlaf ja nachholen. Wir kommen planmäßig in Friedrichshafen an, und zum Aufräumen und Wäsche waschen haben wir noch den ganzen Sonntag zu Verfügung, bis der Ernst des Lebens wieder beginnt.


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Letzte Änderung am 25. September 2018 durch Hartmut Bielefeldt