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Tien Shan 1998
Tien Shan
1998
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Tien Shan - Im "Himmelsgebirge"

Kurzfassung des Expeditionsberichts Khan Tengri 1995
in dieser Form in den Mitteilungen des DAV Überlingen 1996
(C) Hartmut Bielefeldt 1995
Kurzzusammenfassung - Berge
Pik Tschapajev Nordgipfel6095 m
Khan Tengri7010 mVersuch bis ca. 6400 m
Pik Trehglavnyj ("Triglav")5500 mbis 5110 m
Pik Pesni Abaja4901 m
Utschitel'4527 m

Imbiß-Jurte am Weg
Eine Imbiß-Jurte ("Rasthaus" wäre etwas zu viel gesagt) an der Straße von Almaty nach Karakol

Kirgisien
Landschaft in Kirgisien

Das Ziel unserer diesjährigen Reise zu den Bergen der Welt liegt zwischen China und den GUS-Republiken Kasachstan und Kirgisien. Hier im Tien Shan, dem "Himmelsgebirge", finden sich die nördlichsten Siebentausender der Welt - der Pik Pobeda ("Berg des Sieges") mit 7439 m und der Khan Tengri ("Herrscher des Himmels", eine großartige Pyramide mit einem Gipfelaufbau aus Marmor) mit 7010 m.6995 m. Dummerweise hat sich in den letzten Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Khan Tengri nicht 7010 m hoch ist und damit nicht zur ganz großen Kategorie gehört, aber das soll uns weniger stören.

Khan Tengri (7010 m)
Khan Tengri (7010 m)

Südlicher Inylchek-Gletscher, Blick talauswärts
südlicher Inylchek-Gletscher, Blick talauswärts

Nach der Anreise mit Flugzeug, sogenanntem Bus und Hubschrauber erreichen wir Anfang August das Inylchek-Basislager auf 4200 m. Es liegt am riesigen Inylchek-Gletscher, der sich etwa 60 Kilometer lang und meistens zwei bis vier Kilometer breit durch das Gebirge drängt, einer der längsten Gletscher der Welt. Auf der Randmoräne drängen sich ein paar Holzhütten, die Toiletten mit der besten Aussicht der Welt, und ein Küchenzelt, in dem wir von der russischen Köchin Nelly bestens versorgt werden, wenn wir wegen Schlechtwetter nicht in die Hochlager können. Das kommt hier leider öfter vor, das Wetter ist enorm instabil. Fast jeden Tag kommt gegen Nachmittag eine Schlechtwetter-Walze aus Westen herangerauscht, und dann tobt und stürmt es für eine Stunde, manchmal auch nur für zehn Minuten. Aber dieses Sauwetter ist allemal unangenehm genug, sodaß man eine mehrtägige Bergbesteigung nur sehr schwer planen kann.

Kurz nach Durchzug einer Schlechtwetterfront
Kurz nach Durchzug einer Schlechtwetterfront.

Im Aufstieg zum ersten Hochlager am Khan Tengri.
Im Aufstieg zum ersten Hochlager am Khan Tengri.
Im Hintergrund Inylchek-Gletscher und Pik der Militärtopographen (6860 m), über den die chinesische Grenze verläuft.

Nach einigen Tagen unternehmen wir den ersten Vorstoß am Khan Tengri. Dabei muß zuerst auf 5000 m die "Mutter aller Spalten" überquert werden. Der einzige Durchgang ins obere Gletscherbecken erfordert einen waghalsigen Schritt über eine Spalte, die sicher tiefer als eine Seillänge ist. Und sie wird auch jeden Tag ein wenig breiter. Oben, auf 5800 m, graben wir uns Schneehöhlen wie alle unsere Nachbarn, und gehen zur Höhenanpassung am nächsten Tag auf den 6095 m hohen Pik Tschapajev-Nordgipfel. Den Hauptgipfel hat Lagerleiter Sergej verboten, er möchte nicht, daß wir mit der Gipfelwächte talwärts rauschen.

Pik Tschapajev
Pik Tschapajev, allerdings von ganz unten aus gesehen.


Der Gipfelangriff einige Tage später bleibt im zweifelhaften Wetter dieser Region stecken: so schlecht sieht es anfangs nicht aus, aber es zieht sich für einige Tage zu. Nun ist es auch schon Mitte August, im Basislager erwartet man bereits den Winter. Häufig gibt es ein sehr eigenartiges Wetter: Unterhalb 6000 m ist alles klar, aber oberhalb hält sich eine zähe, undurchsichtige Wolkendecke. Das wird auch der Grund gewesen sein, weshalb der (vom Tal aus sichtbare) Khan Tengri bereits 1933 bestiegen wurde, der nur 20 km entfernte, viel höhere Pik Pobeda erst 1947 "entdeckt" und 1956 bestiegen wurde. (Der Pobeda-Vorgipfel wurde 1938 versehentlich bestiegen, man wollte wohl auf einen anderen Berg und hatte sich im Nebel verlaufen.)

Pik Pobeda vom Lager aus gesehen.
Pik Pobeda vom Lager aus gesehen. Diese Aussicht hat man, wenn man auf dem Donnerbalken sitzt.

Pik Maxim Gorki (6050 m) direkt über dem Basislager
Der Pik Maxim Gorki (6050 m) thront direkt über dem Basislager Süd-Inylchek.

Schlechtwetter im Basislager
Schlechtwetter im Basislager.

Pik Abaja am anderen Gletscherufer
Pik Pesni Abaja (4901 m), am anderen Gletscherufer

Wir gehen also die etwas kleineren Berge in der Gegend an, so den "Triglav", den Dreigipfligen (5500 m) und den Pik Abaja (4901 m), der eine kühne Gipfelwächte trägt, die offensichtlich nur den komplett Wahnsinnigen zum Besteigen vorbehalten ist. Die Überquerung des Gletschers stellt sich als ein größeres Abenteuer heraus, mit reißenden Flüssen und tiefen Eis-Schluchten.

Zahme Bergziege im Lager Maida Adir (2500 m)
Zahme Bergziege im "unteren" Lager Maida Adir auf 2500 m, wo man vom Hubschrauber in Lastwagen umsteigt (falls der Lastwagen auch kommt...)


Nach diesen hochalpinen Abenteuern fahren wir in ein Gebirge nahe Bishkek, der Hauptstadt Kirgisiens. Hier sind die Berge "nur" 4800 m hoch, und es erinnert alles ein wenig an das Montblanc-Gebiet. Der Berg, den wir besteigen, ist allerdings von Süden her eine absolut einfache Schutthalde und von Norden her komplett vergletschert, der "Lehrer". Wohl so genannt, weil man einen schönen Überblick über das Gebirge hat. Er ist genausohoch wie der Lyskamm, 4527 m.

Lagerplatz Ak-Saj (3300 m)
Lagerplatz Ak-Saj (3300 m) im Ala-Artscha-Tal

Kurz vorm Gipfel des 'Lehrers'
Kurz vorm Gipfel des "Lehrers"


Nebenbei können wir noch ein bißchen im Issyk-Kul-See baden. Obwohl er auf 1600 m liegt, friert er im Winter nie zu. Der See ist 15 mal so groß wie der Bodensee und hat wunderbar klares und warmes Badewasser.
Am Ende unserer Reise besuchen wir Bishkek, das einen eher dörflichen Eindruck macht, und nach einer Fahrt durch sieben Stunden Steppe und Nichts Alma-Ata (neu: Almaty), das im August noch die Hauptstadt Kasachstans war. Neuerdings haben die Kasachen ihre Hauptstadt in Aqmola, das eher im Zentrum des Landes liegt: Almaty liegt nur 40 km von der kirgisischen Grenze entfernt. Das ist für ein Land von der fünffachen Größe Deutschlands doch etwas sehr am Rande. Das Bergpanorama des Flughafens Almaty ist trotzdem einzigartig, selten sieht man Viertausender so nahe an der Rollbahn.

Markthalle in Almaty
Markthalle in Almaty



(c) Hartmut Bielefeldt 1995


Anmerkungen

Diese Reise machten wir als Teilnehmer an einer kommerziellen Expedition.
Den Namen des Veranstalters dieser Reise erwähnen wir hier nicht, da es seinem Ansehen sicher nicht zuträglich wäre. Verschiedene organisatorische Mängel betreffend der zur Verfügung gestellten Ausrüstung vom Zelt bis zu Kocher, Lawinenschaufel(n) und Hochlagernahrung führten uns zu einem eindeutigen Urteil. Sollten Sie dennoch am Namen dieses Veranstalters interessiert sein, senden Sie mir bitte eine kurze Mail, und Sie werden vor zukünftigen Fehlplanungen gefeit sein.

P.S.: Es handelt sich dabei nicht um den Veranstalter, mit dem wir die vorherigen Expeditionen 1992 und 1993 gemacht haben, und wir haben auch nie wieder dort gebucht. Der Veranstalter soll mittlerweile auch pleite gegangen sein.
Den ausführlichen Reisebericht (27 Seiten, 196 kBytes) können Sie als Langfassung laden - 196 kBPDF-Datei laden.
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Letzte Änderung 18. April 2000 durch Hartmut Bielefeldt