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Watzmann

Überschreitung

Freitag, 29. Juli 2005

Der Sommer 2005 bleibt uns generell als etwas durchwachsen in Erinnerung, anders als die Jahre 2003 und 2006. Aber auch 2005 gab es einige sehr sommerliche Tage - einen davon haben wir bei unserer Watzmann-Überschreitung erwischt. Schon beim Start an der Wimbachbrücke, morgens um sechs, ist es sehr warm. Fürs Flachland sind 37° angesagt, unter wolkenlosem Himmel wandern wir knapp drei Stunden die ersten 1300 Höhenmeter auf gutem Weg bis zum Watzmannhaus (1920 m). Um die eigenen Vorräte zu schonen, gibt es hier für jeden erst mal einen Dreiviertelliter Limonade.

auf dem Weg zum Watzmannhaus, hinten das Hocheck
auf dem Weg zum Watzmannhaus, hinten das Hocheck

Mit Schatten ist jetzt Schluss, es gibt keine Bäume mehr. In knapp zwei Stunden sind wir am südlichen Watzmann-Gipfel, dem Hocheck (2651 m). Bis hier gibt es einen mehr oder weniger ordentlichen Weg, so ist dieses Stück auch noch recht gut bevölkert.

Das ändert sich schlagartig, sobald die Route etwas schwieriger wird. Trotz schönsten Wetters sind wir den Rest des Weges fast alleine. Vom Hocheck bis zur Watzmann-Mittelspitze gehen wir vierzig Minuten, wobei das Klettersteigset nicht wirklich dringend nötig, aber auch nicht deplaziert wäre. Genau mittags um zwölf erreichen wir die Mittelspitze (2713 m), wo der "Hausmeister" schon sitzt. Heinz Zembsch erzähl Bedrohliches über aufziehende Gewitter, aber Wetterbericht und Fernsicht lassen uns darauf vertrauen, dass das Wetter noch einige Stunden halten wird. Das ist schließlich ein gutes deutsches Sommerhoch und kein chinesisches Siebentausender-Wetter, hätten wir ihm beinahe vorgeworfen... Aber er kennt sich hier ja aus, war über dreihundert Mal in der Ostwand. Wir nehmen also seine Warnungen als gut gemeinten Ratschlag auf.

Blick von der Mittelspitze auf Königs- und Obersee
Blick von der Mittelspitze auf Königs- und Obersee
Der Grat von der Mittel- zur Südspitze
Der Grat von der Mittel- zur Südspitze

Der Weiterweg zur Südspitze ist ein wenig länglich, aber nicht wirklich schwierig. Problematische Stellen sind mit Stahlseilen versichert; es gibt einzelne Stellen, wo ein wenig Kletterei nötig ist - nicht mehr als II. Anderthalb Stunden, die wir an diesem sonnigen Tag öfters im Schatten des Grats verbringen dürfen.

zwischen Mittel- und Südspitze
zwischen Mittel- und Südspitze
Watzmann Südspitze (2712 m)
Watzmann Südspitze (2712 m). Das wird einen schönen Sonnenbrand geben...
St. Bartholomä von der Südspitze gesehen
St. Bartholomä von der Südspitze gesehen

Am Südgipfel (2712 m) ist die eigentliche Überschreitung zu Ende, jetzt kommt nur noch der Abstieg ins Tal - mag man denken. Die Tour, die Strapazen und auch die teils gefährlichen Schwierigkeiten fangen hier gerade erst an. Die Abstiegsroute ist einigermaßen markiert, nach einem kurzen Stück auf dem Hauptgrat verläuft sie in der Flanke westlich des Grats hinunter zum großen Schuttkar des Schönfelds. Der Schutt ist sehr steil und hart, man kann also dort nicht abfahren oder kontrolliert abrutschen. Vom unteren Ende des Kars geht es sehr kompliziert über Rücken und Flanken durch Latschenbewuchs aufs Wimbachgries zu - stellenweise lässt man sich etwas akrobatisch an Ketten durch erdige und sandige Rinnen ab. Der Abstieg zieht sich endlos. Klar, es sind ja auch 1400 Höhenmeter bis zur Wimbachgrieshütte.

Abstieg ins Wimbachgries - noch 1300 Höhenmeter bis dorthin
Abstieg ins Wimbachgries - noch 1300 Höhenmeter bis dorthin
Eine lange Durststrecke ist zu Ende
Eine lange Durststrecke ist zu Ende

Dort angekommen, ist die erste Radlermaß in fünf Minuten verdunstet. Mit einer Maß Apfelschorle dazu ist der Flüssigkeitshaushalt dann endlich wieder halbwegs ausgeglichen... Nun "nur noch" fast zehn Kilometer das Tal raus, und schon sind wir wieder am Parkplatz - um halb sieben am Abend kommen wir dort an. Insgesamt hat die Tour also 12 Stunden gedauert.

Praktische Informationen

Zustieg zum Hocheck von Norden

Von der Wimbachbrücke (620 m) folgt man einem gut markierten Weg zum Watzmannhaus (1930 m), ca. 3 Stunden. Von dort ist der Weiterweg kaum zu verfehlen, wenn die genaue Wegführung sich auch öfters in den Felsen verliert. 2 Stunden vom Watzmannhaus zum Hocheck.

Überschreitung Hocheck - Mittelspitze - Südspitze

Die Route folgt teilweise dem Grat, verläuft meist aber eher auf der Westseite. Schwierigere Stellen sind mit Ketten oder Drahtseilen versichert, die Tour ist aber kein eigentlicher Klettersteig. Zwischen Mittel- und Südspitze sind die Sicherungen etwas sparsamer (Stellen II ohne Drahtseile). Insgesamt aber bei trockenem Wetter wenig problematisch. Hocheck - Mittelspitze ca. 45 Minuten; Mittelspitze - Südspitze 1 1/2 Stunden.

Abstieg ins Wimbachgries

Der Abstieg ist markiert, aber kompliziert und lang. Im oberen Bereich folgt man den Felsen erst am Grat, dann eher durch die rechte Flanke (i.S.d.Abstiegs) auf ein großes Kar zu. Hier gibt es kaum mehr Seile, stellenweise ist das Gelände etwas bröselig. Das Kar wird nach unten links hin durchquert; der Weg führt nicht direkt das Tal hinunter, sondern geht links auf einen Rücken zu und erst dort durch die Latschen in den Talboden hinunter. Dabei sind zwei Steilstücke mit Ketten versehen (steile, sandige Rinnen). Bei Nässe ist der ganze Abstieg sehr unangenehm und kann gefährlich werden, denn der Weg ist sehr schmal und verläuft häufig ziemlich ausgesetzt. Wir haben fast drei Stunden von der Südspitze zur Hütte gebraucht.

Von der Wimbachgrieshütte ist man noch etwa anderthalb Stunden die 10 Kilometer bis zur Wimbachbrücke unterwegs. Obwohl der Weg sehr gut ist, darf er übrigens nicht mit dem Fahrrad befahren werden.

Statistik

Wenn man die ganze Tour an einem Tag macht, kommen 25 Kilometer und ca. 2300 Höhenmeter zusammen. Durch Übernachtung im Watzmannhaus oder der Wimbachgrieshütte kann man die Tour entsprechend verkürzen.

Hinweis: Wasser

Zwischen Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte gibt es kein Wasser. Wir hatten jeder etwa drei Liter Getränke dabei, aber der Abstieg ins Wimbachgries gestaltete sich schon sehr durstig. Zusammen mit den Getränken in den beiden Hütten und dem Wasser am Wegesrand im Wimbachtal haben wir jeder während der Tour etwa sechs Liter Flüssigkeit zu uns genommen, waren aber abends trotzdem noch deutlich dehydriert.

Hinweis: Gewitter

Die Überschreitung ist bei Gewittergefahr keine gute Idee, denn auf dem Grat ist das Blitzschlag-Risiko groß, und der Abstieg wird schnell schlammig und gefährlich. Besonders für Ostwand-Begeher ist das wichtig, denn in der Ostwand sieht man eventuell aufkommendes Schlechtwetter von Westen nicht und sollte sich in solch einem Fall sehr schnell durch den Abstieg ins Wimbachgries machen.
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© 2005 Hartmut Bielefeldt

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Letzte Änderung am Samstag, 24. März 2007 durch Hartmut Bielefeldt