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Kurzzusammenfassung - Berge
Ganda Ri5199 m
Konga Ri5754 m
Regoni Mallai Ri6116 m
Shaldor Ri >5900 mnur bis 5870 m
Konga Ri5754 m
Dzo Jongo6214 m

Ladakh 2014: Markha Valley / Dzo Jongo

31. Juli - 19. August 2014

Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt, Henning Stabel, Marion Stieb-Stabel, Nina Bielefeldt
Verfasser dieses Berichts: Hartmut Bielefeldt

Einleitung

Nach fünfjähriger "Babypause" wollten wir dieses Jahr mal wieder eine Reise an hohe Berge unternehmen. Nina für mehrere Wochen bei jemanden in Pension zu geben und ohne sie zu verreisen, wäre eine allzu bequeme Lösung - also sollte es ein Reiseziel sein, das auch für eine Fünfjährige irgendwie geeignet ist. Unsere Wahl fiel auf Ladakh: Dort gibt es immerhin einige Sechstausender, die nicht übermäßig schwierig zu erreichen sind. Bei Treks wird das Gepäck üblicherweise auf Pferden oder Eseln transportiert - da lässt sich ein Reittier für Nina organisieren. Details zur Organisation sind auf der Info-Seite beschrieben.

Reisebericht

Donnerstag, 31. Juli / Freitag 01. August

Flug München - Delhi - Leh

Abflug in München um 12:20; nach sieben Stunden Flug landen wir in Delhi um 23 Uhr (einschließlich +3:30 Zeitumstellung). Bis das Gepäck da ist, dauert es etwas - dafür ist die Pass- und Zollkontrolle sehr zügig. Draußen werden wir schon von Mitarbeitern von Gesar Travel erwartet. Wir werden zum Terminal 1 gebracht, das einige Kilometer entfernt liegt (aber an denselben Rollbahn wie der internationale Flughafen). Zum Glück mit Klimaanlage - beim Verlassen des Flughafengebäudes fühlt man sich wie in einer Waschküche. In Delhi bestimmt der Monsun das Wetter.

Um halb eins checken wir für den Inlandsflug nach Leh ein, und bis halb fünf versuchen wir auf den Stühlen im Abflugbereich etwas zu schlafen. Der "Silent Airport" wie angeschrieben gilt nachts wohl nicht: Baustellenlärm während der ganzen Nacht. Um 4 Uhr kommen die Händler und öffnen ihre Imbissbuden. Zufällig sehen wir, dass unser Flug schon 10 Minuten vor der Zeit das Boarding beginnt - Silent Airport heißt natürlich keine Lautsprecherdurchsage. Im Flugzeug empfängt uns dichter Nebel, das liegt wohl an der Luftfeuchtigkeit draußen und dem Versuch, den Innenraum zu klimatisieren. Pünktlicher Abflug um 5:15; Wolken über der Ebene, auch die Berge sind teils von Wolken verhüllt, so dass man nicht viel erkennt.

Leh 6:15, wir werden von Daniela (Gesar Travel) in Empfang genommen und ins Yartsa Guesthouse gebracht. Nach einem Frühstück schlafen wir erst mal ein paar Stunden, denn das kam die letzten 21 Stunden fast überhaupt nicht vor. Bei der Höhe vom 3500 m gehen wir alles schön langsam an: am Nachmittag eine kurze Erkundung des Zentrums von Leh, einen halben Kilometer vom Guesthouse. Das Wetter ist eher bewölkt mit etwas Sonne. Dadurch wird es zumindest nicht allzu heiß (etwa 25°C).

Samstag, 02. August

Stadtbesichtigung Leh

Nach dem Frühstück klären wir im Büro der Agentur das Essen auf dem Trek und andere Details. Es folgt eine Stadtbesichtigung mit unserem Guide Rigzin, der uns auch auf dem Trek begleiten wird: Markt, Old Leh, Palast (aktuell mit Ausstellung "Tschechische Schlösser").

Nach dem Mittagessen besichtigen wir die Klöster Maitreya Gompa und Palden Chamo Gonkhang oberhalb des Palastes; kurze Wanderung zum Kloster Shankar Gompa (Nina bleibt statt der Wanderung im Auto). Nach dem Besuch der Eselherberge ist dann Zeit fürs Abendessen in einem der Restaurants in Leh.

Sonntag, 03. August

Wanderung Thikse - Shey

Nicht besonders gut geschlafen - die Straßenhunde hatten ihre nächtliche Meinungsverschiedenheit genau neben dem Grundstück des Guesthouse. Morgens besichtigen wir das Nonnenkloster Nyarma und das große Mönchskloster Thikse. Ersteres sehr bescheiden, letzteres aufwändig restauriert.

Eine kurze Wanderung führt uns auf der alten Straße durch die bewässerte Ebene am Indus. Im Gegensatz zu den kahlen Berghängen ist hier alles grün. An einer besonders tiefen Pfütze auf dem Weg bringen uns die Anwohner, die dort gerade Auto waschen, mit ebendiesem Auto auf die andere Seite. Nach einer Stunde kommen wir zum Palast von Shey, wo gerade renoviert wird: Der Stupa wird durch Bespritzen mit Farbe "bemalt".


Guesthouse in Leh

Kloster Thikse

Shey

Gyamsa Valley

Montag, 04. August

Wanderung im Gyamsa-Tal

Am Vormittag unternehmen Marion, Nina und Hartmut mit Rigzin eine Wanderung durchs Gyamsa-Tal oberhalb Leh. Claudia und Henning pflegen derweil ihre Verdauung im Guesthouse. Besser sie machen jetzt eine Erholungspause, als wenn während des Treks eine nötig würde.

Wir wandern auf einem Fahrweg von 3670 m ab ins Gyamsa-Tal hinein. An einer Meditationsstätte machen wir Pause an einer schönen Wiese, die von Kühen und Eseln beweidet ist. Der Weg endet an einem großen abgezäunten Anwesen mit mehreren Stupas im Talschluss. Überraschenderweise werden wir in das Landgut hinein gebeten und vom Besitzer, einem Offizier im Ruhestand, auf einen Tee und ein interessantes Gespräch eingeladen. Rückweg zum Guesthouse per Auto.

Abends treffen wir uns mit den Überlinger DAVlern Britta, Helmut und Lena Norwat, die das Markha Valley gerade in umgekehrter Richtung durchquert haben und uns von ihren Erfahrungen in Ladakh berichten.

Dienstag, 05. August

Trekking-Tag 1: Jingchen - Yurutse

Erster Trekking-Tag. Morgens werden wir mit dem Auto über den Indus bis Jingchen (3400 m) gebracht, dem Ende der Straße im Rumbak-Tal. Dort stehen schon Pferde und Esel bereit, um mit unseren Seesäcken beladen zu werden. Nina bekommt einen Schimmel zum Reiten. Zusammen mit Rigzin und dem Pferdetreiber brechen wir talaufwärts auf. Nina ist anfangs vielleicht ein bisschen unsicher, aber anmerken lässt sie es sich nicht. Nach einer halben Stunde sitzt sie souverän auf ihrem Pferd, als hätte sie nie etwas anderes getan als Pferde geritten. Dafür, dass ihre einzige Reiterfahrung bis jetzt dreimal je eine Stunde auf einem Pony gewesen war, ist das ein sehr beachtlicher Fortschritt.
Der Weg führt durch eindrucksvolle Schluchten. Am Bach wachsen Gras und Bäume, alles andere ist völlig karg. Bei Rumbak machen wir im Tea-Tent Mittagspause, dort kann man alles Mögliche an Getränken kaufen. Die Packpferde haben uns inzwischen überholt und sind schon auf dem Weg zum Lager. Eine gute Stunde weiter oben erreichen wir unseren Lagerplatz bei Yurutse auf 4110 m, eine hübsche kleine Wiese.

Nina hat sich die drei Stunden auf dem Pferd offenbar wohl gefühlt. Nachmittags unternehmen wir zur Fuß einen kurzen Abstecher zum Weiler Yurutse (4170), der aus nur einem Haus besteht. Das ähnelt aber eher einer Burg als einem Bauernhaus. Daneben wird auf einigen Feldern Gerste angebaut, grüne Inseln in einer Welt von Felsen und Geröll. Nina springt herum, als gäbe es keine Höhe. Hatte scheinbar zu wenig Bewegung während des Tages.


Am Ausgangspunkt des Treks

Erstes Kennenlernen Nina<->Pferd

Das Reiten funktioniert sehr schnell

Kurz vor Rumbak (3800 m)

Lager bei Yurutse (4100 m)

Tea Time am Nachmittag

Gerstenfelder beim Weiler Yurutse

Mittwoch, 06. August

Trekking-Tag 2: Yurutse - Ganda La (- Ganda Ri) - Shingo

Um halb sieben gibt es Morning Tea, aber wir sind alle schon wach - schließlich hat das Lager schon Sonne. Kurz vor acht marschieren wir ab, die ersten hundert Höhenmeter auch Nina zu Fuß. Währenddessen baut die Begleitmannschaft das Lager ab und bereitet die Pferde vor. Ninas Reitpferd kommt dann nach einer halben Stunde auf dem breiteren Weg nach. Gestern hatten wir versucht, mit dem Reitpferd Schritt zu halten; heute sind wir etwas schlauer, denn sowohl Pferd wie Pferdetreiber sind akklimatisiert - wir aber nicht. Also kann Nina ruhig etwas vorausreiten und später auf uns warten, wenn sich ein schöner Rastplatz bietet. Das funktioniert besser. Nina hat kein Problem damit, uns eine Stunde vorauszureiten.

Auf 4360 m Rast am letzten Tea - Tent vor dem Pass, danach geht es weiter mäßig steil bergauf auf den Ganda La (4978). Dreieinhalb Stunden vom Lager bis hier. Die Packpferde mit unserer Ausrüstung überholen uns kurz vorm Pass und gehen weiter zum geplanten Lagerplatz. Für den Abstieg ist es zum Reiten etwas zu steil - Rigzin trägt Nina in der Kraxe und geht mit Henning weiter ins Tal von Shingo; Marion, Claudia und ich versuchen uns am Berg oberhalb des Passes. Nach einer Stunde ist der Ganda Ri (5199 m) erreicht. Nette Rundumsicht auf den Stok Kangri und viele uns unbekannte Gipfel und Täler.

Der Abstieg vom Pass ist heiß und sandig. Wir holen die anderen am Tea-Tent oberhalb Shingo wieder ein und kommen gerade richtig zur (späten) Mittagspause. Eine halbe Stunde weiter unten sind unsere Zelte bereits am Lagerplatz (4050 m) aufgebaut.

Das Toilettenzelt brauchen wir hier nicht, es gibt ein Toilettenhaus (was in puncto Sauberkeit nicht unbedingt ein Fortschritt ist). Das Tea-Tent am Platz hat nur kurz offen. Am Lager fließt ein kleiner Bach (ein Bewässerungsgraben, der vom Fluss abgezweigt ist). Nina lässt "Schiffe" (kleine Äste) fahren und schaut, wie weit sie kommen. Am großen Bach kann man die versandeten Füße einigermaßen waschen; dort wird eine Stunde lang "Essen kochen" gespielt.


Morgenwäsche

Am Ganda La (4980 m)

Durchs Shingo-Tal geht es zum Markha Valley

Auf dem Ganda Ri (5199 m)

Ganda Ri

Hoher Berg im Westen (Nun? Kun?)

Im Bach beim Lagerplatz Shingo kann man gut spielen

Donnerstag, 07. August

Trekking-Tag 3: Shingo - Skiu - Hamourta

Nach Skiu geht es zwar bergab, aber das Tal zieht sich. Die Schluchten sind allerdings sehenswert. Anfangs ist es unter den Bäumen zu eng zum Reiten: Nina marschiert singend unserer Wandergruppe voraus, bis das Pferd uns einholt. Dann geht es wieder im nun eingespielten Rhythmus von Vorausreiten und auf uns Warten.

In Skiu (3365 m) treffen wir auf das Haupttal, dem wir nun aufwärts nach Osten folgen. Der Weg verläuft recht flach am Rand der grünen Ebene des Markhaflusses mit ein paar Gegensteigungen. Teepause in Skiu-Khukspa, wo einer unserer Helfer sein Zuhause hat. Ninas Reitpferd ist vor dem Haus festgemacht und frisst. Als die Karawane mit der Ausrüstung vorbei marschiert, möchte es seinen Freunden hinterher, wiehert, stampft und springt schließlich über die (zum Glück nicht sehr stabile) Mauer auf den Weg hinunter, wo es auf dem Rücken landet. Nachdem die Dornen vom Gebüsch aus dem Pferdehinterteil entfernt sind, scheint der Zwischenfall aber gleich vergessen zu sein. Trotzdem gut, dass Nina bei der Begegnung nicht auf dem Pferd gesessen ist.

Der Weiterweg liegt oft in der Sonne und ist sehr sandig, oft sogar richtig staubig. Zum Glück kommen später ein paar Wolken und etwas Wind auf, so ist es nicht ganz so heiß. Lagerplatz ist Hamourta (3520 m), eine hübsche Wiese, wieder von einem kleinen Bach durchflossen. Den Bach kann man natürlich genauestens inspizieren und mit Papa zusammen hier und da etwas begradigen. Auch hier gibt es ein Tea Tent, wo man Getränke kaufen kann.


Weiter gehts das Shingo-Tal abwärts

Kurz vor Skiu, Blick zurück ins Tal

Skiu

Im Markha Valley oberhalb von Skiu


Zeltplatz Hamourta (3520 m)

Freitag, 08. August

Trekking-Tag 4: Hamourta - Sara - Markha

Weiter geht es entlang des Flusses allmählich aufwärts. Die Talsohle ist meist breit, aber oft weicht der Weg kurz an den Rand aus, wo Flussbiegungen den Platz ganz ausnutzen. Immer noch begrenzen himmelhohe Wände das Tal auf beiden Seiten. Erst kurz vor Markha neigen sich die Flanken etwas zurück, und es gibt längere Seitentäler.

Eine der drei Flussquerungen hat keine Brücke. Die mitgebrachten Sandalen leisten gute Dienste. Das Wasser ist freundlicherweise nicht mal knietief, und die Füße in der Sonne schnell wieder trocken.

Am Flussufer gibt es für uns Mittagessen, das morgens im Lager vorbereitet wurde und im Henkelmann bis hierher transportiert wurde. Das ist schon ein bisschen viel Luxus, eine Brotzeit hätte es uns auch getan.

Den ganzen Tag ist es wieder heiß und sonnig, wir freuen uns über jeden Baum, der etwas Schatten spendet. In Markha (3760 m) lagern wir auf einem Zeltplatz am Fluss, unmittelbar vor dem "Ort". Am Nachmittag verdichten sich die Wolken und es fallen ein paar Tropfen. In Markha gibt es ein kleines Kloster, das wir uns anschauen. Nur ein Mönch hält hier die Stellung, er wird nach einem Jahr abgelöst.

Der Abendeinkauf dauert etwas länger: Die Dame im Tea Tent stößt beim Addieren von fünf Artikeln an ihre Grenzen. Unterdessen verfeinert Nina Rigzins Kenntnisse im Uno-Spiel.


Frühstück, auch für die Pferde

Nina schaut, wo es langgeht

Seltsame Felsformationen

Wilde Seitentäler

Markha Valley

Immer wieder Heiligtümer am Wegrand


Markha (3760 m)

Samstag, 09. August

Trekking-Tag 5: Markha - Tachungtse

Die Nacht war es bewölkt, aber morgens lösen sich die Wolken rasch auf. Hinter Markha ist der Talboden erst noch breit, doch bald wird es wieder enger. Der Weg führte früher durch die Nordseite, wurde aber weggespült. Wir müssen auf die andere Seite, es gibt also wieder nasse Füße. Kurz danach wechseln wir über eine Brücke wieder auf die Nordseite. Nach Süden zweigt eines der wenigen begehbaren Täler ab, doch wir folgen weiter dem Markha-Fluss - obwohl die verwinkelte Schlucht den Eindruck einer Sackgasse macht. Das täuscht aber, wie viele der Schluchten, die hier überraschende Perspektiven zeigen.

Wir machen eine Pause am Tea-Tent in Umlung (3875 m), und weiter im der Sonnenhitze, immer am Rand des flachen Talbodens. Bei der Mittagspause in Hankar haben wir endlich 4000 Meter erreicht; mittlerweile ist im Talhintergrund ein mächtiger vergletscherter Berg zu sehen, der Kang Yatze.

Nun wandelt sich die Landschaft, man sieht auch weniger schroffe Berge (die manchmal sogar besteigbar aussehen). Auch die Steigung des Wegs nimmt endlich zu, und nach einer letzten engen Schlucht öffnet sich das Gelände. Auf einer Wiese auf 4250 m liegt der Zeltplatz Tachungtse. Der Fluss ist am Nachmittag bereits braun angeschwollen, aber hier gibt es klares Quellwasser (und ein Tea-Tent). Außerdem laufen einige Eselbabys herum, die von der Größe her gut zu Nina passen. Die müssen natürlich gleich beschmust werden.

Abends ziehen wieder Wolken auf, mit dem Wind wird es rasch frisch. Nach Sonnenuntergang ist der Himmel wieder klar.


Gerstenfelder oberhalb von Markha

Markha


Nina kommt trocken über den Fluss...

... wir werden ganz schön nass


Wieder zurück auf die andere Seite des Flusses

Manisteine


Erste Aussicht auf den Kang Yatze (6400 m)

Tachungtse (4250 m)

Nachmittags ist das Wasser schwarz und reißend

Sonntag, 10. August

Trekking-Tag 6: Tachungtse - Basislager

Von Tachungtse aus gehen wir weiter aufwärts durch eine steinige Hügellandschaft. An vielen Edelweiss vorbei gelangen wir in 1 1/2 Stunden zu den zwei kleinen Seen "Tsigu" auf 4680 m.

Nochmals ändert sich die Landschaft: Waren wir vor einem Tag noch in einem tief eingeschnittenen Tal fast ohne Ausgänge unterwegs, wandern wir jetzt durch eine leicht gewellte grüne Hochebene. Die Berge, die das Markha Valley so himmelhoch eingezwängt hatten, sind nur noch als zackige Kette am Horizont zu sehen.

Flach geht es nach Nimaling (4850 m), wo das letzte Tea-Tent im Markha Valley steht. Mittagspause und einige Getränkevorräte kaufen. Der Trek zweigt hier zum Konmaru La ab, wir folgen jedoch dem Tal weitere 5 Kilometer bis ins Dzo Jongo-Basislager auf 5100 m. Zwei Seitenbäche sorgen für nasse Füße, aber die Turnschuhe werden in der Sonne schnell wieder trocken. Außerdem sind für die nächsten vier Tage sowieso Bergschuhe angesagt.

Das Basislager liegt in einem grünen Hochtal, das östlich von sanften Moränenhängen, westlich von mittelsteilen, von kleinen Schluchten unterbrochenen Schutthängen begrenzt wird. Die hohen Berge im Zentrum der Gruppe kann man noch nicht sehen, weil davor mehr oder weniger flache Gletscher liegen.

Gegen 17:30 verschwindet die Sonne, dann wird es schnell kühl. Fürs Abendessen ist daher im Basislager passende Garderobe angesagt (Daunenjacke).


Morgen in Tachungtse


Frühstück mit Esel

See oberhalb Tachungtse, 4680 m

Kurz vor Nimaling (4850 m)

Doch noch nasse Füße auf dem Weg ins Basislager

Am Basislager, 5100 m

Montag, 11. August

Erster Tag im Basislager: Konga Ri (5754)

Claudia und ich haben sich für heute die eher sanft aussehenden Berge jenseits des Flusses zum Ziel gesetzt; Marion, Henning und Nina verbringen den Vormittag im Basislager.

Aufbruch kurz vor sechs, es ist leicht frostig. Rigzin hält sich lange diesseits des Flusses, bis man ihn nach einer Dreiviertelstunde einigermaßen überschreiten kann, ohne auf vereisten Felsen auszurutschen. Danach geht es eintönige Schotterhalden hoch zum sehr weitläufigen Sattel 5627 m zwischen Konga Ri und Shaldor Ri.

Letzterer sieht von hier aus doch etwas steil aus, besonders wenn man die Steigeisen nicht mitgenommen hat. Der Umweg über den schneefreien linken Grat ist uns zu weit, so gehen wir gleich nach Norden auf den Konga Ri (5754 m). Das zieht sich etwas, denn der Gipfel ist ein riesiges Schuttplateau. Der höchste Punkt ist mit einem Steinhaufen markiert, der mit einigen Geweihen ausgeschmückt ist.

Die Aussicht ist hervorragend, der Bereich Dzo Jongo - Regoni Mallai Ri - Kang Yatze ist gut zu sehen. Für den Abstieg wählen wir die Schuttflanken in Richtung zum Basislager hin; da wir noch früh dran sind (11 Uhr), ist die Flussquerung kein Problem.

Die meisten von uns sind noch nicht gut an die Höhe angepasst, das Nachmittagsprogramm besteht daher aus so viel Ruhe wie möglich (und so viel wie Nina zulässt, die ständig bespaßt werden möchte). Man kann hier auch einige Tiere beobachten: Neben den Murmeltieren wie in den Alpen gibt es viele kleine Pfeifhasen - Pikas genannt - die flink von Erdloch zu Erdloch rennen, Artgenossen verfolgen oder auch sich auf den Hinterbeinen einen Boxkampf liefern. Für Unterhaltung ist also gesorgt.


Auf dem Weg zum Konga Ri

Shaldor Ri, Gapo Ri

Aussicht vom Konga Ri (5754 m)

schöner Blick zu Dzo Jongo West, Dzo Jongo East, Kang Yatze/Regoni Mallai Ri (davor)

Nina kommt uns schon entgegen

Dienstag, 12. August

Zweiter Tag im Basislager: Regoni Mallai Ri (6116)

Morgens um fünf ist der Himmel klar, wir (Claudia und Hartmut) starten im Mondschein. Zum Regoni Mallai Ri steigen wir den Moränenhang gleich westlich des Basislagers hoch. Wir kommen schnell voran und sind nach anderthalb Stunden schon auf 5550 m. Auf der fast ebenen Gletscherquerung gewinnen wir dafür nur langsam an Höhe, zudem ist die Oberfläche mini-büßereisartig und dadurch mühsam.

Endlich stehen wir vor dem Gipfelaufbau. Zwar soll es in der rechten Felsflanke so was wie eine Wegspur geben, uns sagt aber der linke Grat mehr zu. Der Gletscher, der den Zugang vermittelt, beschert uns durch Spalten ein paar Umwege. Endlich am Felsgrat, sind wir schon auf 5975 m. Bis zum Gipfel dauert es durch steilen Schutt mit Wegspuren nochmals 40 Minuten - er ist laut GPS dann aber auch 6116 m hoch anstatt der in der Karte angegebenen 6050.

Das Panorama ist großartig, besonders der Kang Yatze und die wilden Berge des bislang nicht sichtbaren Teils unserer Berggruppe. Die gute Aussicht hat auch einen praktischen Nutzen für Rigzin: Hier oben hat er Handynetz und kann diverse Freunde anrufen. Im Markha Valley hatte es keinen Empfang gegeben. Für den Rückweg finden wir eine bessere Variante ohne Spalten. Zurück im Basislager um 13 Uhr (5 1/2 Stunden Aufstieg, 2 Stunden Abstieg).


Unterwegs zum Regoni Mallai Ri

Regoni Mallai Ri, 6116 m


Kang Yatze

Dzo Jongo East

Rückweg zum Basislager

Nina kann sich ganz gut beschäftigen

Pfeifhase (Pika)



Mittwoch, 13. August

Dritter Tag im Basislager: Marion und Henning: Konga Ri (5754); Versuch am Shaldor Ri (>5900) bis 5870 m

Für Claudia und Hartmut gibt es einen Ruhetag, wenn man das Beschäftigungsprogramm für Nina so bezeichnen kann. Marion und Henning brechen Richtung Konga Ri und Shaldor Ri auf. Die rechte Firnflanke am Grat erweist sich vor Ort als unangenehm steil, so dass sie trotz der mitgenommenen Steigeisen nicht ganz bis zum Gipfel gehen. Immerhin ist klar, dass der Berg nicht 5780 m wie in der Olizane-Karte angegeben, sondern mindestens 5900 m hoch ist. Vom höchsten erreichten Punkt 5870 m dürften bis zum Gipfel noch etwa 80 Meter fehlen.

Rückweg über den Konga Ri mit seiner schönen Rundumsicht. Da es mit dem Umweg mit dem Shaldor Ri später ist als bei Claudias und Hartmuts Tour vor zwei Tagen, ist die Überquerung des Flusses zum Basislager etwas abenteuerlicher.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war aber die Sichtung von Wölfen unweit des Basislagers am frühen Morgen.

Donnerstag, 14. August

Vierter Tag im Basislager: Dzo Jongo East (6214)

Anders als beim Regoni Mallai Ri gehen wir diesmal erst um halb sechs los, dann müssen wir nämlich keine Stirnlampe mitnehmen. Rigzin führt uns einen etwas abenteuerlichen Weg durch ein steiles Moränental hoch. Nach den ersten 300 Höhenmetern wird es besser, ein mehr oder weniger guter Weg steigt südlich eines Gletschers 1 durch Moränenhügel auf. Ab 5800 m verläuft der Pfad dann immer etwas links des Ostgrats des Dzo Jongo East durch Schutt und lose Felsen. Bis auf ein flaches und ungefährliches am Anfang können alle Schneefelder links umgangen werden, wir brauchen keine Steigeisen. Der Gipfel wird immer wieder von den sich bildenden Quellwolken eingehüllt, aber sie scheinen auch schnell wieder zu verschwinden.

Um 10:20 Uhr sind wir am Gipfel, er ist (gemäß GPS) 6214 m hoch. Trotz der Quellwolken ist die Aussicht hervorragend - besonders auf die wilden Felstürme weiter im Süden. Der Weiterweg zum höheren Dzo Jongo West ist uns zu lang, er scheint auch deutlich schwieriger als der Aufstieg bis auf den östlichen Gipfel. Wir können morgen schließlich keinen Rasttag mehr einlegen, denn der Abmarsch Richtung Indus-Tal ist schon fest eingeplant.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns an den Abstieg. Vierzig Meter unterhalb des Gipfels kommt uns eine Gruppe unter Leitung eines deutschen Bergführers entgegen, sie waren einen Rücken weiter südlich aufgestiegen. Sie wohnen in einem Basislager etwas talauswärts des unseren, das wir beim Abstieg vom Regoni Mallai Ri vorgestern von oben gesehen hatten. Während des weiteren Abstiegs ziehen dunkle Wolken auf, und es graupelt eine halbe Stunde lang. Im Basislager ist es wieder mehr oder weniger sonnig.


Aufstieg zum Dzo Jongo East

Gapo Ri und wilde Berge, teils ohne Namen

Der Dzo Jongo ist ziemlich einfach

Kurz vorm Gipfel

Blick zum Dzo Jongo West

Dzo Jongo East, 6214 m

Zurück im Basislager
1 Das ist der Gletscher, der in der dreieckigen (Nordost-)Flanke des Dzo Jongo East beginnt und diesen vom Theny Ri trennt. Er fließt nach Nordosten ab.

Freitag, 15. August

Trekking-Tag 7: Konmaru La - Choskyurmo

Nachdem wir die letzten vier Tage an den umliegenden Bergen recht erfolgreich waren, verlassen wir heute unser grünes, aber windiges Hochtal wieder und absolvieren die letzten zwei Etappen des Trekkings. Vom Basislager aus können wir mit etwas Höhenverlust direkt zum Weg auf den Konmaru La queren, ohne bis Nimaling abzusteigen.

Am Pass (5287 m) sind wir wieder auf der "Hauptstraße" - nach der Ruhe im Basislager ist es ungewohnt, diese 30 bis 40 Leute auf einmal zu sehen. Vom Konmaru La haben wir einen schönen Blick zurück auf unsere Berge, den Kang Yatze und die sanften Hügel von Nimaling, aus denen sie sich erheben.

Auf der andere Seite das Kontrastprogramm: Tiefe Schlucht, soweit das Auge reicht. Diesen Abstieg kann Nina nicht reiten, der Weg ist zu schmal und ausgesetzt. Rigzin nimmt sie in die Kraxe. Das ist auch gut so, wir kommen den Weg in Turnschuhen zwar gut runter, aber mit der schweren Kraxe wäre das etwas Anderes. Der Weg schlängelt sich eine enge Schlucht hinunter, wechselt öfter die Talseite und weicht besonders engen Stellen mit Gegensteigungen aus. Immer wieder öffnen sich neue großartige Ausblicke, der Weg wird nicht langweilig. Um 13:30 sind wir am Zeltplatz Choskyurmo (4140 m), dem Ziel für heute. Das Wetter ist nicht mehr so stabil wir noch vor ein paar Tagen: Am Pass war es bewölkt, zeitweise gab es etwas Sonne, zwischendurch ein paar ganz kurze Regenschauer, und am Zeltplatz ist es wieder sonnig, aber windig.


Nun geht es zurück zur Trekkingroute

Yaks



Unser Tal mit Konga Ri, Shaldor Ri, Dzo Jongo East, West, Regoni Mallai Ri

Rast auf den Konmaru La, 5287 m

Der Weg führt steil bergab


abwechslungsreiche Schluchtlandschaft


Am letzten Abend gibt es Kuchen

Samstag, 16. August

Trekking-Tag 8: Choskyurmo - Shang Sumdo

In der Nacht gab es ein wenig Regen, weiter oben sind am Morgen die Hänge leicht angezuckert. Am Morgen werden die von uns hiergelassenen Ausrüstungsgegenstände unter den Helfern verlost. Dann absolvieren wir die letzte Trekkingetappe. Es geht wieder durch lange Schluchten und Täler, kaum besiedelte, karge Landschaft mit nur einzelnen Häusern. Nach 2 Stunden sind wir in Shang Sumdo (3675 m), wo wir auf unsere Pferde mit dem Gepäck und auf die Autos warten. Nach einer guten Stunde ist alles da, Rückfahrt nach Leh.


Geröllformationen am Weg

Nina ist gut unterwegs

Berge am Rande

Langer Weg nach Shangsumdo

Die Dusche im Guesthouse tut gut, endlich werden wir den ganzen Staub los, der sich durch Schuhe und Kleidung überall festgesetzt hatte. Eher unangenehm ist dagegen die Umstellung auf die Hektik und das Verkehrschaos in den engen Straßen.

Sonntag, 17. August

Ruhetag in Leh

Ruhetag, wir verbringen den Tag mit dem Einkauf von Souvenirs, soweit welche aufzutreiben sind. Beim Mittagessen im Restaurant gibt es das Bier in einer Teekanne - vermutlich hat das Gasthaus keine Alkohollizenz. Abendessen mit unseren "Nachfolgern" Karin und Uli, die im gleichen Guesthouse wohnen: Sie werden für ihre Tour auch mit Rigzin unterwegs sein.

Montag, 18. August / Dienstag, 19. August

Flug Leh-Delhi; halber Tag in Delhi; Flug Delhi-München

Abholung am Guesthouse morgens um fünf; im Flughafen durchlaufen wir diverse Sicherheitskontrollen. Zeit haben wir aber genügend, der Flug ist eine halbe Stunde verspätet. Vom Flugzeug aus schauen wir bei schönstem Wetter auf Berge um Berge dazwischen fast unbewohnte Täler. Da gäbe es alpinistisch viel zu tun, wäre der Anmarsch nicht meist deutlich länger als ins Markha Valley.

In Delhi empfängt uns der feuchtheiße Monsun wieder. Transfer ins Guesthouse "Tree of Life" in einer Wohngegend im Süden. Dort verbringen wir gut klimatisiert den Tag, bis wir für den Nachtflug nach München abgeholt werden. Für Sightseeing wäre es sowieso zu heiß und Delhi nicht wirklich touristisch interessant. Auch für den internationalen Flug haben wir reichlich Zeit - das ist auch gut so, denn die Battieren müssen vom Handgepäck ins Fluggpäck umgepackt werden. Der Flug vergeht ruhig und recht komfortabel, wir kommen dienstagmorgen um halb sechs in München an.


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Hartmut Bielefeldt
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© 2014 Hartmut Bielefeldt

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Letzte Änderung am Dienstag, 2. September 2014 durch Hartmut Bielefeldt